Heute Nachmittag gab es den neusten Herdenzuwachs, und das im Doppelpack. Für uns etwas Besonderes: weibliche Zwillinge.
1604 O2 stand im Abkalbestall mit dem geplanten Kalbetermin am nächsten Sonntag. Sie kalbte jedoch schon heute. Über die Überwachungskamera sah ich, dass alles in Ordnung war und ich dann passend zum Spätdienst Kalb und Kuh versorgen konnte. Bloß als ich ankam war auch noch ein zweites Kalb dabei. Beide, wie bei Zwillingen üblich, recht klein.
1906 Okinawa (auf dem Bild rechts) und 1907 Ottawa.
Ebenso besonders ist, dass neben der Mutter 1604 O2 auch die Großmutter 1406 Oki (3. Laktation) und die Urgroßmutter 1124 Olivia (5. Laktation) allesamt noch in der Herde sind und eifrig Milch geben.
Sonntag, 14. April 2019
Dienstag, 1. Januar 2019
Mittwoch, 26. Dezember 2018
Weihnachtskalb
Dieses Jahr haben wir ein Weihnachtskalb. In kleineren Milchviehbetriebe kommt das nicht jedes Jahr vor.
Am späten Abend des 24. Dezember gab es dann doch noch ein Bullenkalb: 825 Kallo.
3 Tagen vor dem errechneten Termin hat 1407 Frieda (von Looping) zum dritten Mal gekalbt. Vater ist der Bulle Kaluscho (811556) aus Brandenburg.
Kallo ist auch schon hungrig am Nuckeleimer, bei dem aktuellen Wetter (heute war der erste Eistag in diesem Winter) wird schon am zweiten Tag 10 l Vollmilch gesoffen.
Am späten Abend des 24. Dezember gab es dann doch noch ein Bullenkalb: 825 Kallo.
3 Tagen vor dem errechneten Termin hat 1407 Frieda (von Looping) zum dritten Mal gekalbt. Vater ist der Bulle Kaluscho (811556) aus Brandenburg.
Kallo ist auch schon hungrig am Nuckeleimer, bei dem aktuellen Wetter (heute war der erste Eistag in diesem Winter) wird schon am zweiten Tag 10 l Vollmilch gesoffen.
Sonntag, 26. August 2018
Drench-Training
Seit Freitag gehören wir hier auch zu den "Drenchern". Nach jahrelanger Erfahrung bin ich der Meinung das das Drenchen in einem guten Milchviehbetrieb dazugehört. Und so hatte ich dann am Mittwoch ein Drench-Besteck bestellt, dass wir das zukünftig auch machen können.
Das Drenchen ist in etwa eine Art Magensonde für Kühe die durch die Speiseröhre in den Pansen geschoben wird. Bei Verdauungsproblemen, gestörter Pansenfunktion und anderen Krankheiten kann so größere Mengen Wassers in den Pansen gepumpt werden. Dieser ist dann gefüllt und die Bakterien arbeiten wieder, das "Kraftwerk der Kuh" läuft wieder an und die Kuh kehrt zu ihren vollen Kräften zurück.
In das Wasser kann man auch noch z.B. Zucker, Hefen und andere Pansen-Stimulanzien einmischen, die der Kuh weiterhelfen.
Und wir hatten gerade eine Färsen, die kurz vor dem Kalben ist, zum trainieren. Sie hat sich am Bein weggetan und frisst deshalb zu wenig. Also hilft ihr das Drenchen.
Auf dem Foto sind meine Kollegen beim Üben, nachdem ich eine kurze Einweisung gegeben haben. Unser Drenchbesteck hat eine Handpumpe, man braucht also ordentlich Muskelkraft. Größere Betriebe haben teilweise auch Wasserpumpen, um Kräfte zu sparen, wenn man etliche Kühe nacheinander drenchen muss.
Das Drenchen ist in etwa eine Art Magensonde für Kühe die durch die Speiseröhre in den Pansen geschoben wird. Bei Verdauungsproblemen, gestörter Pansenfunktion und anderen Krankheiten kann so größere Mengen Wassers in den Pansen gepumpt werden. Dieser ist dann gefüllt und die Bakterien arbeiten wieder, das "Kraftwerk der Kuh" läuft wieder an und die Kuh kehrt zu ihren vollen Kräften zurück.
In das Wasser kann man auch noch z.B. Zucker, Hefen und andere Pansen-Stimulanzien einmischen, die der Kuh weiterhelfen.
Und wir hatten gerade eine Färsen, die kurz vor dem Kalben ist, zum trainieren. Sie hat sich am Bein weggetan und frisst deshalb zu wenig. Also hilft ihr das Drenchen.
Auf dem Foto sind meine Kollegen beim Üben, nachdem ich eine kurze Einweisung gegeben haben. Unser Drenchbesteck hat eine Handpumpe, man braucht also ordentlich Muskelkraft. Größere Betriebe haben teilweise auch Wasserpumpen, um Kräfte zu sparen, wenn man etliche Kühe nacheinander drenchen muss.
Samstag, 25. August 2018
Tierschutzindikatoren
Seit Ende 2015 sind alle Tierhalter verpflichtet in Eigenkontrolle sogenannte Tierschutzindikatoren zu erheben und damit die Tiergerechtheit im Stall zu beurteilen. Da es aber dazu überhaupt keine Vorgaben gibt gestaltet es sich meist etwas schwierig.
Während ich in schon Anfang 2016 in Thüringen ein eigenes System auf Basis der Forschungen der niederländischen Universität Wangeningen erarbeitete und umsetzte, gab es in Rheinland-Pfalz seitdem fast nur Diskussionen wie man die Forderungen umsetzen kann.
In der Zwischenzeit hat auch das KTBL Konzepte entwickelt, die aber für die Praxis teilweise schwer umzusetzen sind und eher wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, als für Eigenkontrollen in allen Betrieben.
Ob das System des KTBL praxistauglich ist und viel Zeitaufwand dies für die Milchviehhalter darstellt hat jetzt diese Woche der Rindergesundheitsdienst des Landesuntersuchungsamtes bei uns als Beispielbetrieb getestet. Dazu wurde eine komplette Eigenkontrolle durchgeführt und der Aufwand bewertet, insbesondere der zeitliche. Und ob sich in einem Betrieb mit Melkroboter an diesem Tag durch die lange zusätzliche Anwesenheit von Personen im Stall das Verhalten der Kühe ändert. Also ob sie weniger zum Melken gehen oder weniger Fressen.
Am deutlichsten wurde, dass der Faktor Ausweich-Distanz als Zeichen für Probleme in der Mensch-Tier-Beziehung nichts taugt, weil unsere Kühe alle ruhig sind und sich anfassen lassen. Auch sind sie so ruhig, dass sie nach leichter Aufforderung auch nicht aufstehen um das Aufstehverhalten zu bewerten.
Bewertet wurde nach verschiedenen Bewertungsbögen, sowohl klassisch auf Papier als auch mit einer App auf dem Tablet. Die erste Einschätzung ist, dass es noch einiges an Zeit braucht, bis es ein einfaches für alle Betriebe umsetzbares System gibt.
Während ich in schon Anfang 2016 in Thüringen ein eigenes System auf Basis der Forschungen der niederländischen Universität Wangeningen erarbeitete und umsetzte, gab es in Rheinland-Pfalz seitdem fast nur Diskussionen wie man die Forderungen umsetzen kann.
In der Zwischenzeit hat auch das KTBL Konzepte entwickelt, die aber für die Praxis teilweise schwer umzusetzen sind und eher wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, als für Eigenkontrollen in allen Betrieben.
Ob das System des KTBL praxistauglich ist und viel Zeitaufwand dies für die Milchviehhalter darstellt hat jetzt diese Woche der Rindergesundheitsdienst des Landesuntersuchungsamtes bei uns als Beispielbetrieb getestet. Dazu wurde eine komplette Eigenkontrolle durchgeführt und der Aufwand bewertet, insbesondere der zeitliche. Und ob sich in einem Betrieb mit Melkroboter an diesem Tag durch die lange zusätzliche Anwesenheit von Personen im Stall das Verhalten der Kühe ändert. Also ob sie weniger zum Melken gehen oder weniger Fressen.
Am deutlichsten wurde, dass der Faktor Ausweich-Distanz als Zeichen für Probleme in der Mensch-Tier-Beziehung nichts taugt, weil unsere Kühe alle ruhig sind und sich anfassen lassen. Auch sind sie so ruhig, dass sie nach leichter Aufforderung auch nicht aufstehen um das Aufstehverhalten zu bewerten.
Bewertet wurde nach verschiedenen Bewertungsbögen, sowohl klassisch auf Papier als auch mit einer App auf dem Tablet. Die erste Einschätzung ist, dass es noch einiges an Zeit braucht, bis es ein einfaches für alle Betriebe umsetzbares System gibt.
Donnerstag, 16. August 2018
Maisballen pressen
Am Dienstag fand das diesjährige Maishäckseln statt. Aufgrund der Witterung der letzten Monate war der Mais sehr früh abgereift und trocken. Daher musste nun geerntet werden.
Gehäckselt wurde mit einem Claas Jaguar 950 mit Shredlage-Cracker. Der trockene Mais war sehr locker und ließ sich im Silo nur schwer verdichten. Das Silo war für die Mengen dann zu klein und so mussten wir noch eine Miete in den Hof legen. Die Miete ging aber kaum festzuwalzen, daher wurden daraus Siloballen gepresst. So kann mit der hohen Verdichtung ein guter Gärverlauf der Silage erreicht werden und die Futterverluste sind im Vergleich zu einem frei liegenden Haufen deutlich geringer.
Eine Presse zum pressen von Maissilage-Ballen ist eine absolute Spezialmaschine und daher selten. Wir konnten jedoch einen Lohnunternehmer aus Nordhessen finden, der eine solche Presse betreibt. Die Maschine ist vom Typ Göweil LT-Master und hatte bei uns erst ihren dritten Einsatztag, davor fährt aktuell noch ein Valtra T190, der durch einen Agrotruck ersetzt werden soll.
Gestern Abend haben wir dann den Maishaufen gepresst und gleich gewickelt.
Geladen wurde mit dem Hoflader und dem kleinen Frontlader-Traktor. Diese kippen den Mais in den Annahme-Bunker, von dort geht es über ein Förderband von oben in die Presskammer. Der Ballen wird mit einigen Folienumwicklungen "gebunden" und kommt dann weiter in den eigentlichen Ballenwickler. Dieser schmeißt den fertigen Ballen auf den Boden und von dort wurden die Ballen mit dem großen Frontlader-Traktor auf den Lagerplatz gefahren.
Auch die Presse hatten mit dem trockenen Mais zu tun und presste deutlich langsamer.
Am späten Abend war dann der Maishaufen weg und stattdessen auf dem Lagerplatz ein Stapel mit Maissilage-Ballen. Auf das Ergebnis bin ich gespannt, das sehen wir dann, wenn der erste Ballen verfüttert wird.
Montag, 13. August 2018
Kuhblog 4.0
Nach fast drei Jahren Pause geht es demnächst weiter mit dem Kuhblog.
Da mein alter Arbeitgeber den Kuhblog nicht wollte und auch nichts von allen Arten an Öffentlichkeitsarbeit wissen wollte, musste ich so lange pausieren.
Neuer Ort, neue Kühe und bald der neue Kuhblog.
Version 4.0 steht in den Startlöchern.
Da mein alter Arbeitgeber den Kuhblog nicht wollte und auch nichts von allen Arten an Öffentlichkeitsarbeit wissen wollte, musste ich so lange pausieren.
Neuer Ort, neue Kühe und bald der neue Kuhblog.
Version 4.0 steht in den Startlöchern.
Freitag, 1. Januar 2016
Sonntag, 29. November 2015
Agritechnica 2015
Wie immer im November in ungeraden Jahren findet in Hannover die Agritechnica statt. Ein Pflichttermin in diesem Jahr. Dieses Jahr aus Richtung Süden kommend war der Anteil der Messebesucher im IC recht hoch und eine entsprechende Stimmung
Die Messe war schon wieder gewachsen und so groß wie noch nie. Dennoch, da weder Informationen für zu beschaffende Maschinen eingeholt werden mussten, noch es große Neuigkeiten gab war der Messebesuch dieses Jahr nicht so stressig. So blieb auch mehr Zeit mit Bekannten zu erzählen und Neuigkeiten auszutauschen.
Dieses Jahr konnte man den anhaltenden Trend zu bodenschonenden Fahrwerken gut erkennen. Bei den Mähdreschern bieten eigentlich alle Hersteller inzwischen für die größeren Modelle Raupenlaufwerke auf der Vorderachse an und es gibt auch die ersten Feldhäcksler mit Raupenlaufwerken. Ansonsten werden jetzt für breite Reifen auch integrierte Reifendrucksteuerungsanlagen eingebaut, auf dem Bild ein Claas Jaguar Feldhäcksler mit 900 mm-Bereifung.
Bei manchen Aussteller ist immer ein großes Interesse, so auch bei Fendt, und als dortiges Highlight die neue 1000-Vario-Modellreihe, die schon letztes Jahr auf dem Feldtag in Wadenbrunn vorgestellt wurde. Hier macht die große Menschenmenge um den Traktor deutlich mehr her als alles andere.
Auf dem Stand von Sgariboldi lief noch das gleiche Video wie vor zwei Jahren vom Modell Gulliver 8000, in dem sowohl der Mischwagen und der Betrieb gut bekannt sind.
Die Messe war schon wieder gewachsen und so groß wie noch nie. Dennoch, da weder Informationen für zu beschaffende Maschinen eingeholt werden mussten, noch es große Neuigkeiten gab war der Messebesuch dieses Jahr nicht so stressig. So blieb auch mehr Zeit mit Bekannten zu erzählen und Neuigkeiten auszutauschen.
Dieses Jahr konnte man den anhaltenden Trend zu bodenschonenden Fahrwerken gut erkennen. Bei den Mähdreschern bieten eigentlich alle Hersteller inzwischen für die größeren Modelle Raupenlaufwerke auf der Vorderachse an und es gibt auch die ersten Feldhäcksler mit Raupenlaufwerken. Ansonsten werden jetzt für breite Reifen auch integrierte Reifendrucksteuerungsanlagen eingebaut, auf dem Bild ein Claas Jaguar Feldhäcksler mit 900 mm-Bereifung.
Bei manchen Aussteller ist immer ein großes Interesse, so auch bei Fendt, und als dortiges Highlight die neue 1000-Vario-Modellreihe, die schon letztes Jahr auf dem Feldtag in Wadenbrunn vorgestellt wurde. Hier macht die große Menschenmenge um den Traktor deutlich mehr her als alles andere.
Auf dem Stand von Sgariboldi lief noch das gleiche Video wie vor zwei Jahren vom Modell Gulliver 8000, in dem sowohl der Mischwagen und der Betrieb gut bekannt sind.
Samstag, 28. November 2015
In den Niederlanden, Teil 2
Nächste Station auf der ALL-Tour in den Niederlanden war der Betrieb Batenburg in Giethoorn (Gem. Steenwijkerland, Prov. Overijssel).
Der Betrieb der Familie Aalberts-Brandsma ist aktuell recht bekannt als Züchter des stark eingesetzten Bullen Stellando RF der niederländischen Besamungsstation CRV.
Den Betrieb kann man stellvertretend für viele stark gewachsene niederländische Milchviehhalter sehen. Nach einem Stallneubau inkl. Melkzentrum 2000 wurde bereits 2012 nochmals mit einem neuen 300er-Stall erweitert und ein neuer Melkstand gebaut. Aktuell werden 350 Kühe und 215 Stück weibliche Nachzucht gehalten. Im Futterbau werden 150 ha Grünland bewirtschaftet, sowie 50 ha Silomais in einer Betriebsgemeinschaft.
Der neue Stall ist als 6-Reiher mit seitlichen Futtertischen ausgeführt. An einer Seite ist der Melkstand mittig im Gebäude, ohne Vorwartehof, angeordnet. Dies ist ein Doppel-18-Side-by-Side von GEA mit Fütterung und Schnellaustrieb, dabei wird die gesamte Fütterungsanlage beim Auslass senkrecht nach oben gefahren. Die gesamte Technik zum Melken ist unterhalb der Standplätze installiert (Dual-Subway). Die Laufgänge im Stall sind mit emmissionsreduzierenden Spaltenboden mit Schieberanlage ausgerüstet. Auf dem Foto der Spaltenboden aus dem Melkstand gesehen:
Auf der anderen Seite des Stalles wird direkt aus dem Güllekeller Gülle mit einem Separator für die Einstreugewinnung separiert. Die Niederländer nennen das Verfahren mit Seperateinstreu "Green Bedding". Das Seperat mit knapp 30 % Trockenmasse wird einmal wöchentlich dünn eingestreut.
Im Stall fiel besonders die Heterogenität der Kühe auf: Hier zeigten sich die beiden Zuchtphilosophien. Zum einen der Einsatz der modernen genomischen Jungbullen, um jährlich zwei Bullen an Besamungsstationen verkaufen zu können und zum anderen das eigene Zuchtziel einer "nachhaltigen" Kuh: "Eine 100.000 kg-Bullenmutter". Für die Besamung werden aktuell 30 % Weiß-Blaue-Belgier eingesetzt, daneben noch zu 30 % eigene Deckbullen. Seit über 25 Jahren wird auch hier das Triple-A-System zur Anpaarung genutzt. Bis jetzt hat der Betrieb 18 100.000 kg-Kühe hervorgebracht, davon erreichten auch 4 die 10 t Inhaltsstoffe!
Die Milchleistung liegt bei knapp über 9.600 kg mit sehr hohen Inhaltsstoffen (772 kg FEK).
Im ganzen ein interessanter innovativer Betrieb, der für mich mal wieder zeigte das bei den Niederländern Forschung und Praxis eng verzahnt sind und der Fortschritt schnell umgesetzt wird.
Der Betrieb der Familie Aalberts-Brandsma ist aktuell recht bekannt als Züchter des stark eingesetzten Bullen Stellando RF der niederländischen Besamungsstation CRV.
Den Betrieb kann man stellvertretend für viele stark gewachsene niederländische Milchviehhalter sehen. Nach einem Stallneubau inkl. Melkzentrum 2000 wurde bereits 2012 nochmals mit einem neuen 300er-Stall erweitert und ein neuer Melkstand gebaut. Aktuell werden 350 Kühe und 215 Stück weibliche Nachzucht gehalten. Im Futterbau werden 150 ha Grünland bewirtschaftet, sowie 50 ha Silomais in einer Betriebsgemeinschaft.
Der neue Stall ist als 6-Reiher mit seitlichen Futtertischen ausgeführt. An einer Seite ist der Melkstand mittig im Gebäude, ohne Vorwartehof, angeordnet. Dies ist ein Doppel-18-Side-by-Side von GEA mit Fütterung und Schnellaustrieb, dabei wird die gesamte Fütterungsanlage beim Auslass senkrecht nach oben gefahren. Die gesamte Technik zum Melken ist unterhalb der Standplätze installiert (Dual-Subway). Die Laufgänge im Stall sind mit emmissionsreduzierenden Spaltenboden mit Schieberanlage ausgerüstet. Auf dem Foto der Spaltenboden aus dem Melkstand gesehen:
Auf der anderen Seite des Stalles wird direkt aus dem Güllekeller Gülle mit einem Separator für die Einstreugewinnung separiert. Die Niederländer nennen das Verfahren mit Seperateinstreu "Green Bedding". Das Seperat mit knapp 30 % Trockenmasse wird einmal wöchentlich dünn eingestreut.
Im Stall fiel besonders die Heterogenität der Kühe auf: Hier zeigten sich die beiden Zuchtphilosophien. Zum einen der Einsatz der modernen genomischen Jungbullen, um jährlich zwei Bullen an Besamungsstationen verkaufen zu können und zum anderen das eigene Zuchtziel einer "nachhaltigen" Kuh: "Eine 100.000 kg-Bullenmutter". Für die Besamung werden aktuell 30 % Weiß-Blaue-Belgier eingesetzt, daneben noch zu 30 % eigene Deckbullen. Seit über 25 Jahren wird auch hier das Triple-A-System zur Anpaarung genutzt. Bis jetzt hat der Betrieb 18 100.000 kg-Kühe hervorgebracht, davon erreichten auch 4 die 10 t Inhaltsstoffe!
Die Milchleistung liegt bei knapp über 9.600 kg mit sehr hohen Inhaltsstoffen (772 kg FEK).
Im ganzen ein interessanter innovativer Betrieb, der für mich mal wieder zeigte das bei den Niederländern Forschung und Praxis eng verzahnt sind und der Fortschritt schnell umgesetzt wird.
Samstag, 31. Oktober 2015
Kreistierschau
Der Herbst ist in vollem Gange, und die Weidesaison neigt sich zum Ende.
Dennoch stand für eine der (laktierenden) Kühe ein Ausflug an: Die Kreistierschau in Hadamar-Steinbach.
Zensi 640 (Vater Prohuvo) war als Demonstrationstier für das Braunvieh dabei. Als einzige Nicht-Holstein ging sie entsprechend außer Konkurrenz durch den Schauring. Da sie Anfang Februar zum dritten Mal kalbt war sie auch nicht in bester Schauform, aber egal: dabei sein ist Alles.
Dennoch stand für eine der (laktierenden) Kühe ein Ausflug an: Die Kreistierschau in Hadamar-Steinbach.
Zensi 640 (Vater Prohuvo) war als Demonstrationstier für das Braunvieh dabei. Als einzige Nicht-Holstein ging sie entsprechend außer Konkurrenz durch den Schauring. Da sie Anfang Februar zum dritten Mal kalbt war sie auch nicht in bester Schauform, aber egal: dabei sein ist Alles.
Freitag, 30. Oktober 2015
In den Niederlanden, Teil 1
Als nächste Station der ALL-Exkursion stand der Betrieb Zandvlet in Langezwaag (Gem. Opsterland, Prov. Friesland) in den Niederlanden auf dem Programm.
Familie Zandvlet hält 135 Milchkühe und die weibliche Nachzucht. Bewirtschaftet werden 100 ha Dauergrünland. Aktuell wird noch zusätzliches Ackerland für den Silomais-Anbau gepachtet. In den nächsten Jahren soll aber aus der Silomais-Fütterung ausgestiegen werden. Im Sommer werden die Kühe alle tagsüber auf der Weide gehalten.
Besonders ist jedoch die Zuchtphilosophie des Betriebes. Langlebige, spätreife, dauerleistende Kühe mit einem Exterieur, dass auch ein gutes Euter und Fundament und einen tiefen Körper hat, aber nur sehr wenig Milchtyp. Die Herde zeigt deutlich, dass der Betrieb seit 25 Jahren sein Zuchtziel konsequent verfolgt und sich von niemanden beeinflussen lässt. Zur Anpaarung wird das Tripel-A-System genutzt.
Auch hier wurden die Kühen auf der Weide begutachtet. Diese waren in drei Gruppen eingeteilt: die Trockensteher, die Laktierenden und die Laktierenden mit mehr als 50.000 kg Lebensleistung (immerhin 32 Stück). Mir fiel dabei besonders eine Kuh (Boss Iron x Zecher) in der sechsten Laktation auf (siehe Foto), diese wirkte immer noch recht jugendlich und würde in vielen Betriebe auch als Kuh mit zwei Kälbern durchgehen. Dabei hat sie schon eine Lebensleistung von 58.600 kg bei 5,32 % Fett und 3,66 % Eiweiß.
Dass die Kühe wirklich älter werden zeigen die Zahlen: Die Lebensleistung der abgegangen Kühe lag in den letzten 3 Jahren bei 49.800 kg bei einer Abgangsrate von 9,7 %! Die Remontierungsrate liegt bei etwa 25 %, die Differenz wird als Zuchttiere verkauft, auch etliche Kühe in der zweiten und dritten Laktation. Zudem auch viele Kuhkälber direkt verkauft. Die Milchleistung liegt bei etwa 9.500 kg mit hohen Inhaltsstoffen (742 kg FEK).
Auf dem Foto der Doppel-12-Side-by-Side-Melkstand mit Fütterung von GEA.
Familie Zandvlet hält 135 Milchkühe und die weibliche Nachzucht. Bewirtschaftet werden 100 ha Dauergrünland. Aktuell wird noch zusätzliches Ackerland für den Silomais-Anbau gepachtet. In den nächsten Jahren soll aber aus der Silomais-Fütterung ausgestiegen werden. Im Sommer werden die Kühe alle tagsüber auf der Weide gehalten.
Besonders ist jedoch die Zuchtphilosophie des Betriebes. Langlebige, spätreife, dauerleistende Kühe mit einem Exterieur, dass auch ein gutes Euter und Fundament und einen tiefen Körper hat, aber nur sehr wenig Milchtyp. Die Herde zeigt deutlich, dass der Betrieb seit 25 Jahren sein Zuchtziel konsequent verfolgt und sich von niemanden beeinflussen lässt. Zur Anpaarung wird das Tripel-A-System genutzt.
Auch hier wurden die Kühen auf der Weide begutachtet. Diese waren in drei Gruppen eingeteilt: die Trockensteher, die Laktierenden und die Laktierenden mit mehr als 50.000 kg Lebensleistung (immerhin 32 Stück). Mir fiel dabei besonders eine Kuh (Boss Iron x Zecher) in der sechsten Laktation auf (siehe Foto), diese wirkte immer noch recht jugendlich und würde in vielen Betriebe auch als Kuh mit zwei Kälbern durchgehen. Dabei hat sie schon eine Lebensleistung von 58.600 kg bei 5,32 % Fett und 3,66 % Eiweiß.
Dass die Kühe wirklich älter werden zeigen die Zahlen: Die Lebensleistung der abgegangen Kühe lag in den letzten 3 Jahren bei 49.800 kg bei einer Abgangsrate von 9,7 %! Die Remontierungsrate liegt bei etwa 25 %, die Differenz wird als Zuchttiere verkauft, auch etliche Kühe in der zweiten und dritten Laktation. Zudem auch viele Kuhkälber direkt verkauft. Die Milchleistung liegt bei etwa 9.500 kg mit hohen Inhaltsstoffen (742 kg FEK).
Auf dem Foto der Doppel-12-Side-by-Side-Melkstand mit Fütterung von GEA.
Sonntag, 11. Oktober 2015
Kleine, böse Tierchen
Wenn man mit Rindern arbeitet hat man es mit friedlichen und (in den meisten Fällen) mit ungefährlichen Tieren zu tun.
Abwechslung gab es an diesem Wochenende: Bei der Feuerwehr gab es eine Sonderausbildung "Umgang mit gefährlichen und giftigen Tieren" im Darmstädter Zoo. Nach der Berufsfeuerwehr Darmstadt sind wir die erste freiwillige Feuerwehr, die diese Fortbildung gemacht hat.
Zuerst eine theoretischen Teil mit einer Präsentation mit vielen Bildern, was es alles an gefährlichen und giftigen Tieren gibt. Das von 3.500 Schlangenarten weltweit "nur" 220 tödlich giftig sind, und von denen natürlich keine in Europa vorkommen. Aber in Hobby-Haltung gibt es nichts was es nicht gibt, so wird geschätzt, dass es alleine in Hessen etwa 30 Krokodile in privater Haltung gibt! Demnach ist die Devise im Einsatz: Mit allem rechnen!
Anschließend gab es ein Rundgang im Zoo, wo die Tiere mal begutachtet wurden: Schlangen, Krustenechsen, Frösche, Leguane, Stachelrochen und ein Sumpfkrokodil. Praktischer Teil hinter den Kulissen war das Fixieren und Hochheben einer Grünen Wasseragame (Physignathus cocincinus). Dabei fixiert eine Hand den Kopf und hält die Vorderbeine, die zweite an der Schwanzwurzel und die Hinterbeine. So wird man nicht gekratzt und nicht mit dem Schwanz geschlagen. Bei 65 cm und gerade mal 350 g (im gefütterten Zustand!) ist das Tier sehr filigran und weich und nur sehr vorsichtig anzufassen. Da merkt man erst, wie schwer und stark gebaut selbst ein neugeborenes Kalb ist.
Abschließend noch ein kurzer Überblick von Fangwerkzeugen. Über XXL-Kescher ("damit kann man auch einen Luchs fangen"), Schlangenhaken, die nur für dicke, träge Schlangen geeignet sind, über Greifzangen bis zur "Sauschlinge", einem Teleskopstab mit einer Drahtschlinge am vorderen Ende, die man von hinten zuziehen kann.
Im gesamten einen guten Überblick, was es an "unangenehmen" Tieren so alles gibt. Da bleibt man doch gerne bei den Kühen!
Abwechslung gab es an diesem Wochenende: Bei der Feuerwehr gab es eine Sonderausbildung "Umgang mit gefährlichen und giftigen Tieren" im Darmstädter Zoo. Nach der Berufsfeuerwehr Darmstadt sind wir die erste freiwillige Feuerwehr, die diese Fortbildung gemacht hat.
Zuerst eine theoretischen Teil mit einer Präsentation mit vielen Bildern, was es alles an gefährlichen und giftigen Tieren gibt. Das von 3.500 Schlangenarten weltweit "nur" 220 tödlich giftig sind, und von denen natürlich keine in Europa vorkommen. Aber in Hobby-Haltung gibt es nichts was es nicht gibt, so wird geschätzt, dass es alleine in Hessen etwa 30 Krokodile in privater Haltung gibt! Demnach ist die Devise im Einsatz: Mit allem rechnen!
Anschließend gab es ein Rundgang im Zoo, wo die Tiere mal begutachtet wurden: Schlangen, Krustenechsen, Frösche, Leguane, Stachelrochen und ein Sumpfkrokodil. Praktischer Teil hinter den Kulissen war das Fixieren und Hochheben einer Grünen Wasseragame (Physignathus cocincinus). Dabei fixiert eine Hand den Kopf und hält die Vorderbeine, die zweite an der Schwanzwurzel und die Hinterbeine. So wird man nicht gekratzt und nicht mit dem Schwanz geschlagen. Bei 65 cm und gerade mal 350 g (im gefütterten Zustand!) ist das Tier sehr filigran und weich und nur sehr vorsichtig anzufassen. Da merkt man erst, wie schwer und stark gebaut selbst ein neugeborenes Kalb ist.
Abschließend noch ein kurzer Überblick von Fangwerkzeugen. Über XXL-Kescher ("damit kann man auch einen Luchs fangen"), Schlangenhaken, die nur für dicke, träge Schlangen geeignet sind, über Greifzangen bis zur "Sauschlinge", einem Teleskopstab mit einer Drahtschlinge am vorderen Ende, die man von hinten zuziehen kann.
Im gesamten einen guten Überblick, was es an "unangenehmen" Tieren so alles gibt. Da bleibt man doch gerne bei den Kühen!
Samstag, 10. Oktober 2015
In Ostfriesland, Teil 2
Station 2 in Ostfriesland: Die Haßbargen GbR in Ihlow-Barstede (LK Aurich).
Der Betrieb ist typisch für Ostfriesland. Ein Moor- und Geeststandort mit entsprechend schlechten Böden führt zu einem Grünlandstandort, der prädestiniert ist für Milchviehhaltung.
Bewirtschaftet werden 130 ha, davon 95 ha Grünland. Angebaut werden zudem 35 ha Silomais. Gehalten werden an mehreren benachbarten Hofstellen 195 Milchkühen und die Nachzucht. Etwa 15 ha liegen direkt umgebend und werden als Halbtagsweide für die Kühe genutzt.
Im Stall wird eine PMR (partielle Mischration) mit Kartoffelpülpe gefüttert und zusätzlich leistungsabhängig Kraftfutter in Transponder-Stationen.
Der 24er Swing-Over-Melkstand von GEA verfügt zudem über eine Melkstand-Fütterung. Der Melkstand befindet sich im alten Stallgebäude, und der Wartehof im um 1980 dahinter angebauten Boxenlaufstall. Da dieser eine sehr niedrige Deckenhöhe hat konnte im Wartehof kein Treiber eingebaut werden. Hinter dem Wartehof befindet sich der eigentliche neue Boxenlaufstall.
Die Milchleistung liegt bei etwa 10.000 mit normalen Inhaltstoffen (743kg FEK).
Neben der weiblichen Nachzucht werden pro Jahr auch ca. 30 Zuchtbullen aufgezogen. Besonders im Frühjahr können diese in Ostfriesland gut vermarktet werden, da es dort üblich ist beim Weideauftrieb der Jungrinder einen jungen Zuchtbullen zuzuteilen.
Da der Betrieb regelmäßig an den Verbandsschauen der VOSt teilnimmt wurden die Kühe auf der Weide hinter dem Stall begutachtet. Und bei nur 170 laktierenden Kühen hat man genug Zeit ausführlich die Abstammung und Besonderheiten der einzelnen Tiere zu erörtern.
Bei strahlendem Sonnenschein und einer leichten Brise auf der Weide zwischen den Kühen ist halt immer noch am schönsten:
Der Betrieb ist typisch für Ostfriesland. Ein Moor- und Geeststandort mit entsprechend schlechten Böden führt zu einem Grünlandstandort, der prädestiniert ist für Milchviehhaltung.
Bewirtschaftet werden 130 ha, davon 95 ha Grünland. Angebaut werden zudem 35 ha Silomais. Gehalten werden an mehreren benachbarten Hofstellen 195 Milchkühen und die Nachzucht. Etwa 15 ha liegen direkt umgebend und werden als Halbtagsweide für die Kühe genutzt.
Im Stall wird eine PMR (partielle Mischration) mit Kartoffelpülpe gefüttert und zusätzlich leistungsabhängig Kraftfutter in Transponder-Stationen.
Der 24er Swing-Over-Melkstand von GEA verfügt zudem über eine Melkstand-Fütterung. Der Melkstand befindet sich im alten Stallgebäude, und der Wartehof im um 1980 dahinter angebauten Boxenlaufstall. Da dieser eine sehr niedrige Deckenhöhe hat konnte im Wartehof kein Treiber eingebaut werden. Hinter dem Wartehof befindet sich der eigentliche neue Boxenlaufstall.
Die Milchleistung liegt bei etwa 10.000 mit normalen Inhaltstoffen (743kg FEK).
Neben der weiblichen Nachzucht werden pro Jahr auch ca. 30 Zuchtbullen aufgezogen. Besonders im Frühjahr können diese in Ostfriesland gut vermarktet werden, da es dort üblich ist beim Weideauftrieb der Jungrinder einen jungen Zuchtbullen zuzuteilen.
Da der Betrieb regelmäßig an den Verbandsschauen der VOSt teilnimmt wurden die Kühe auf der Weide hinter dem Stall begutachtet. Und bei nur 170 laktierenden Kühen hat man genug Zeit ausführlich die Abstammung und Besonderheiten der einzelnen Tiere zu erörtern.
Bei strahlendem Sonnenschein und einer leichten Brise auf der Weide zwischen den Kühen ist halt immer noch am schönsten:
Sonntag, 4. Oktober 2015
Übungs-U-Bahn
Am letzten Wochenende gab es den diesjährigen Feuerwehr-Ausflug.
Ziel war die Feuerwache 1 der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main. Diese befindet sich im 2003 gebauten BRKZ (Zentrum für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst) im Stadtteil Eckenheim. Dort ist neben der Feuerwache auch die Verwaltung, die Leitstelle und die Werkstätten untergebracht. Zusätzlich sind hier auch die Spezialfahrzeuge des Umweltdienstes (Gefahrstoffe und Atemschutz) und der Rüstzug Schiene.
Neben der Feuerwache wurde auch das angrenzende Feuerwehr- und Rettungstrainigscenter (FRTC) besichtigt, die zentrale Ausbildungseinrichtung in Frankfurt. Die in der Größe und Ausstattung mit den meisten Landesfeuerwehrschulen mithalten kann. In einer großen Halle ist ein Straßenzug mit typischen Frankfurter Gebäuden nachgebaut, in einigen kann über Gasbrenner Feuer simuliert werden. Alles ist detailgetreu aufgebaut, inkl. Straßenlaternen und Gullydeckeln.
Auf dem Freigelände steht ein großer Baukran für Abseilübungen und verschiedene schiefe Ebenen zur Übung spezieller Verkehrsunfälle.
Highlight ist jedoch der U-Bahnhof. In dieser Halle steht eine U-Bahn des Typs Bombardier U5-25, dem aktuellen Modell in Frankfurt. Dieser neuwertige Zug wurde 2010 zum Übungsobjekt, nachdem er im Werk im Bautzen beim Hochwasser im Wasser stand und einen Totalschaden an der Elektronik erhielt. In der Halle ist detailiert ein U-Bahnhof nachgebaut, mit allem was dazugehört, Fahrplänen, Mülleimern usw.
Ziel war die Feuerwache 1 der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main. Diese befindet sich im 2003 gebauten BRKZ (Zentrum für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst) im Stadtteil Eckenheim. Dort ist neben der Feuerwache auch die Verwaltung, die Leitstelle und die Werkstätten untergebracht. Zusätzlich sind hier auch die Spezialfahrzeuge des Umweltdienstes (Gefahrstoffe und Atemschutz) und der Rüstzug Schiene.
Neben der Feuerwache wurde auch das angrenzende Feuerwehr- und Rettungstrainigscenter (FRTC) besichtigt, die zentrale Ausbildungseinrichtung in Frankfurt. Die in der Größe und Ausstattung mit den meisten Landesfeuerwehrschulen mithalten kann. In einer großen Halle ist ein Straßenzug mit typischen Frankfurter Gebäuden nachgebaut, in einigen kann über Gasbrenner Feuer simuliert werden. Alles ist detailgetreu aufgebaut, inkl. Straßenlaternen und Gullydeckeln.
Auf dem Freigelände steht ein großer Baukran für Abseilübungen und verschiedene schiefe Ebenen zur Übung spezieller Verkehrsunfälle.
Highlight ist jedoch der U-Bahnhof. In dieser Halle steht eine U-Bahn des Typs Bombardier U5-25, dem aktuellen Modell in Frankfurt. Dieser neuwertige Zug wurde 2010 zum Übungsobjekt, nachdem er im Werk im Bautzen beim Hochwasser im Wasser stand und einen Totalschaden an der Elektronik erhielt. In der Halle ist detailiert ein U-Bahnhof nachgebaut, mit allem was dazugehört, Fahrplänen, Mülleimern usw.
Samstag, 3. Oktober 2015
In Ostfriesland, Teil 1
Im Rahmen des ALL-Züchtertages und als erste Station der Exkursion stand die Betriebsbesichtigung bei der Oorlog GbR im ostfriesischen Rhauderfehn-Klostermoor (LK Leer) auf dem Programm.
Der Betrieb liegt auf Gebiet, dass erst seit den 1950er Jahren nach der Moor-Kultivierung durch den Emslandplan landwirtschaftlich genutzt wird. Von den 90 ha Nutzfläche liegen 30 ha Grünland arrondiert um die Hofstelle und werden als Weide für die Milchkühe (halbtags) und Jungrinder (ganztägig) genutzt. Daneben werden auch Silomais und Ackergras für die Grassamenvermehrung angebaut.
Hauptzweig des Betriebes ist jedoch die Milchviehhaltung mit 75 Kühen. Die Milchleistung liegt über 11.500 kg (825 kg FEK). Besonderheit ist die Fütterung mit dem Weelink-System, einem verschiebbaren Fressgitter. Hier wird nur alle 4 Tage Gras- und Maissilage in Blöcken auf den Futtertisch gestellt. Dadurch ist der Arbeitsaufwand für die Fütterung recht gering. Neben der weiblichen Nachzucht werden auch alle Bullenkälber aufgezogen. Diese werden alle als Deckbullen ab Hof über den Zuchtverband VOSt vermarktet. Um alle Bullen verkaufen zu können werden im Betrieb nur die 4 bis 5 besten genomischen Jungbullen des VOSt in der Besamung eingesetzt.
Als Brunstbeobachtungssystem kommt Heatime zum Einsatz, zusätzlich bei den frischlaktierenden Kühen Ruminact zur Kontrolle der Wiederkauaktivität
Neben den Milchkühen werden auch noch 200 Mastschweine gehalten.
Der Betrieb liegt auf Gebiet, dass erst seit den 1950er Jahren nach der Moor-Kultivierung durch den Emslandplan landwirtschaftlich genutzt wird. Von den 90 ha Nutzfläche liegen 30 ha Grünland arrondiert um die Hofstelle und werden als Weide für die Milchkühe (halbtags) und Jungrinder (ganztägig) genutzt. Daneben werden auch Silomais und Ackergras für die Grassamenvermehrung angebaut.
Hauptzweig des Betriebes ist jedoch die Milchviehhaltung mit 75 Kühen. Die Milchleistung liegt über 11.500 kg (825 kg FEK). Besonderheit ist die Fütterung mit dem Weelink-System, einem verschiebbaren Fressgitter. Hier wird nur alle 4 Tage Gras- und Maissilage in Blöcken auf den Futtertisch gestellt. Dadurch ist der Arbeitsaufwand für die Fütterung recht gering. Neben der weiblichen Nachzucht werden auch alle Bullenkälber aufgezogen. Diese werden alle als Deckbullen ab Hof über den Zuchtverband VOSt vermarktet. Um alle Bullen verkaufen zu können werden im Betrieb nur die 4 bis 5 besten genomischen Jungbullen des VOSt in der Besamung eingesetzt.
Als Brunstbeobachtungssystem kommt Heatime zum Einsatz, zusätzlich bei den frischlaktierenden Kühen Ruminact zur Kontrolle der Wiederkauaktivität
Neben den Milchkühen werden auch noch 200 Mastschweine gehalten.
Mittwoch, 23. September 2015
Traubenlesen
Aktuell gibt es viel Abwechslung: Neben dem Maishäckseln stand dieses Jahr für mich mal wieder Traubenlesen an. Dies bietet sich ja, wenn man gerade mal in Rheinhessen ist.
Durch die diesjährige Trockenheit verschob sich der Erntebeginn nach hinten, wenn auch die Ertragseinbußen nicht so hoch sind wie im Futterbau.
Geerntet wurde zuerst der größte Weinberg, auf dem Reben der Sorte Müller-Thurgau (auch bekannt als Rivaner) stehen. Müller-Thurgau ist über 4.200 ha knapp hinter Riesling die zweitmeist angebaute Rebsorte in Rheinhessen.
Nach dem Erntestart am Morgen half ich beim zweiten Durchgang am Abend mit. Ich fuhr wie in den vorangegangen Jahren auch die Trauben nach der Ernte zum Keltern. Da es dann morgens 10 l geregnet hatte, und in der Woche zuvor 40 l, war es doch etwas schmierig und matschig.
Da wir in der Abenddämmerung anfingen, konnte ich kein Foto machen und daher ist das Bild aus dem Archiv von der Traubenlese 2010 am gleichen Weinberg. Bedingt durch die Fotografie mit dem damaligen Handy und der Belichtung an einem sonnigen Tag ist die Qualität bescheiden. Zu sehen ist der gezogene Vollernter vom Typ Krieger K3, davor ein Schmalspurtraktor Dexheimer Allrad 345.
Durch die diesjährige Trockenheit verschob sich der Erntebeginn nach hinten, wenn auch die Ertragseinbußen nicht so hoch sind wie im Futterbau.
Geerntet wurde zuerst der größte Weinberg, auf dem Reben der Sorte Müller-Thurgau (auch bekannt als Rivaner) stehen. Müller-Thurgau ist über 4.200 ha knapp hinter Riesling die zweitmeist angebaute Rebsorte in Rheinhessen.
Nach dem Erntestart am Morgen half ich beim zweiten Durchgang am Abend mit. Ich fuhr wie in den vorangegangen Jahren auch die Trauben nach der Ernte zum Keltern. Da es dann morgens 10 l geregnet hatte, und in der Woche zuvor 40 l, war es doch etwas schmierig und matschig.
Da wir in der Abenddämmerung anfingen, konnte ich kein Foto machen und daher ist das Bild aus dem Archiv von der Traubenlese 2010 am gleichen Weinberg. Bedingt durch die Fotografie mit dem damaligen Handy und der Belichtung an einem sonnigen Tag ist die Qualität bescheiden. Zu sehen ist der gezogene Vollernter vom Typ Krieger K3, davor ein Schmalspurtraktor Dexheimer Allrad 345.
Dienstag, 22. September 2015
Silomaisernte
Nach dem Maisfeldtag ging es an die Silomaisernte.
Zur Abwechslung mal wieder einen ganzen Tag auf dem Traktor. Statt Kühe oder Färsen wurde jedoch frisch gehäckselter Mais gefahren.
Das Wetter spielte gut mit, trocken und nur wenig Wind. Auch die Böden waren durch die lange Trockenheit gut befahrbar und es wurden keine Spuren eingefahren.
Auf dem Bild ist gerade der größte Schlag mit 8,5 ha fertig. Die letzten Reihen werden gehäckselt von einem Claas Jaguar 940 mit RU600-Maisgebiss, daneben als Abfahrer ein Fendt 828 mit einem Abschiebewagen Fliegl Gigant ASW271. Fotografiert habe ich während der Fahrt durch die geöffnete Frontscheibe des Fendt Favorit 712. Dieser gehört zu den Modellen, bei dem noch kein "Dieselross"-Logo als Peilhilfe auf die Motorhaube geklebt wurde. Diese Aufgaben übernimmt ein weißer Markierungsstab in der Fronthydraulik. Hinten am Traktor hängt ein Tandem-Muldenkipper von Krampe, TWK 16 mit dem höchsten Silageaufbau.
Zur Abwechslung mal wieder einen ganzen Tag auf dem Traktor. Statt Kühe oder Färsen wurde jedoch frisch gehäckselter Mais gefahren.
Das Wetter spielte gut mit, trocken und nur wenig Wind. Auch die Böden waren durch die lange Trockenheit gut befahrbar und es wurden keine Spuren eingefahren.
Auf dem Bild ist gerade der größte Schlag mit 8,5 ha fertig. Die letzten Reihen werden gehäckselt von einem Claas Jaguar 940 mit RU600-Maisgebiss, daneben als Abfahrer ein Fendt 828 mit einem Abschiebewagen Fliegl Gigant ASW271. Fotografiert habe ich während der Fahrt durch die geöffnete Frontscheibe des Fendt Favorit 712. Dieser gehört zu den Modellen, bei dem noch kein "Dieselross"-Logo als Peilhilfe auf die Motorhaube geklebt wurde. Diese Aufgaben übernimmt ein weißer Markierungsstab in der Fronthydraulik. Hinten am Traktor hängt ein Tandem-Muldenkipper von Krampe, TWK 16 mit dem höchsten Silageaufbau.
Dienstag, 15. September 2015
Maisfeldtag
Nach dem der Häcksler getestet war und bereitstand gab es vorher noch den Maisfeldtag.
Im zweijährigen Rhythmus führt die RWZ in Beselich-Schupach einen Anbauversuch für Silomais durch.
Letzte Woche stand als Abschluss vor der Ernte ein Feldabend an, an dem die Sorte vorgestellt wurden. Im Versuch wurden insgesamt 32 Sorten von 12 Züchtern/Vertriebsorganisationen angebaut. Dabei reichte die Spanne in den Reifezahlen von S200 (früh) bis S260 (mittelspät). Meiner Meinung nach für die Region eher zu frühe Sorten, da hier eher S260 als S230-Sorten als Standard passen.
Bei der Sorten-Vorstellung wurde deutlich, dass das diesjährige trockene Wetter die Sorten sehr unterschiedlich getroffen hatte. So war die Trockenresistenz der einzelnen Sorten deutlich ausschlaggebender als z.B. die Reifezahl, auch konnten Unterschiede des Bodens innerhalb des Versuchsfeldes gut erkannt werden.
Die Stay-Green-Sorten, bei denen der Kolben schon abgereift ist, also erntereif, und die Blätter noch grün, was zu einer guten Verdaulichkeit der "Rest-Pflanze" führt, konnten erwartungsgemäß die Trockenheit besser verkraften. Jedoch waren bei einigen Sorten die Blätter auch schon so weit abgetrocknet, dass man sie kaum von den anderen "normalen" Sorten unterscheiden konnte.
Im zweijährigen Rhythmus führt die RWZ in Beselich-Schupach einen Anbauversuch für Silomais durch.
Letzte Woche stand als Abschluss vor der Ernte ein Feldabend an, an dem die Sorte vorgestellt wurden. Im Versuch wurden insgesamt 32 Sorten von 12 Züchtern/Vertriebsorganisationen angebaut. Dabei reichte die Spanne in den Reifezahlen von S200 (früh) bis S260 (mittelspät). Meiner Meinung nach für die Region eher zu frühe Sorten, da hier eher S260 als S230-Sorten als Standard passen.
Bei der Sorten-Vorstellung wurde deutlich, dass das diesjährige trockene Wetter die Sorten sehr unterschiedlich getroffen hatte. So war die Trockenresistenz der einzelnen Sorten deutlich ausschlaggebender als z.B. die Reifezahl, auch konnten Unterschiede des Bodens innerhalb des Versuchsfeldes gut erkannt werden.
Die Stay-Green-Sorten, bei denen der Kolben schon abgereift ist, also erntereif, und die Blätter noch grün, was zu einer guten Verdaulichkeit der "Rest-Pflanze" führt, konnten erwartungsgemäß die Trockenheit besser verkraften. Jedoch waren bei einigen Sorten die Blätter auch schon so weit abgetrocknet, dass man sie kaum von den anderen "normalen" Sorten unterscheiden konnte.
Sonntag, 13. September 2015
Fachschule, Teil 2
Nach dem mein Vortrag letztes Jahr bei der Fachschule in Bitburg ein voller Erfolg war (siehe Post vom 24.09.2014) stand dieses Jahr eine Wiederholung an.
Im Rahmen des Wahlmoduls "Herdenmanagment" in der Techniker-Schule gibt es neben Betriebsbesichtigungen und praktischen Übungen (bei der LVAV Neumühle) auch Vorträge. Diese werden von Praktikern gehalten, um auch hier eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen.
Ich hielt auch dieses Jahr wieder einen Vortrag über Arbeitsorganisation und -struktur in Großbetrieben. Hier Stand das Arbeiten im Schichtbetrieb im Mittelpunkt, ein Thema, dass den meisten Schülern, die die oft vom eigenen oder elterlichen Betrieb aus Rheinland-Pfalz kommen und ohne angestellte Mitarbeiter arbeiten, nicht geläufig ist.
Abschließend berichtete ich über Ansätze und eigene Erfahrungen in der Mitarbeiterführung. Ein Thema, das meiner Meinung nach, in der Ausbildung (egal welcher) viel zu kurz kommt.
Die anschließenden Fragen und Diskussion zeigte mir, dass der "Blick über den Tellerrand" funktioniert hat.
Im Rahmen des Wahlmoduls "Herdenmanagment" in der Techniker-Schule gibt es neben Betriebsbesichtigungen und praktischen Übungen (bei der LVAV Neumühle) auch Vorträge. Diese werden von Praktikern gehalten, um auch hier eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen.
Ich hielt auch dieses Jahr wieder einen Vortrag über Arbeitsorganisation und -struktur in Großbetrieben. Hier Stand das Arbeiten im Schichtbetrieb im Mittelpunkt, ein Thema, dass den meisten Schülern, die die oft vom eigenen oder elterlichen Betrieb aus Rheinland-Pfalz kommen und ohne angestellte Mitarbeiter arbeiten, nicht geläufig ist.
Abschließend berichtete ich über Ansätze und eigene Erfahrungen in der Mitarbeiterführung. Ein Thema, das meiner Meinung nach, in der Ausbildung (egal welcher) viel zu kurz kommt.
Die anschließenden Fragen und Diskussion zeigte mir, dass der "Blick über den Tellerrand" funktioniert hat.
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