Seit Ende 2015 sind alle Tierhalter verpflichtet in Eigenkontrolle sogenannte Tierschutzindikatoren zu erheben und damit die Tiergerechtheit im Stall zu beurteilen. Da es aber dazu überhaupt keine Vorgaben gibt gestaltet es sich meist etwas schwierig.
Während ich in schon Anfang 2016 in Thüringen ein eigenes System auf Basis der Forschungen der niederländischen Universität Wangeningen erarbeitete und umsetzte, gab es in Rheinland-Pfalz seitdem fast nur Diskussionen wie man die Forderungen umsetzen kann.
In der Zwischenzeit hat auch das KTBL Konzepte entwickelt, die aber für die Praxis teilweise schwer umzusetzen sind und eher wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, als für Eigenkontrollen in allen Betrieben.
Ob das System des KTBL praxistauglich ist und viel Zeitaufwand dies für die Milchviehhalter darstellt hat jetzt diese Woche der Rindergesundheitsdienst des Landesuntersuchungsamtes bei uns als Beispielbetrieb getestet. Dazu wurde eine komplette Eigenkontrolle durchgeführt und der Aufwand bewertet, insbesondere der zeitliche. Und ob sich in einem Betrieb mit Melkroboter an diesem Tag durch die lange zusätzliche Anwesenheit von Personen im Stall das Verhalten der Kühe ändert. Also ob sie weniger zum Melken gehen oder weniger Fressen.
Am deutlichsten wurde, dass der Faktor Ausweich-Distanz als Zeichen für Probleme in der Mensch-Tier-Beziehung nichts taugt, weil unsere Kühe alle ruhig sind und sich anfassen lassen. Auch sind sie so ruhig, dass sie nach leichter Aufforderung auch nicht aufstehen um das Aufstehverhalten zu bewerten.
Bewertet wurde nach verschiedenen Bewertungsbögen, sowohl klassisch auf Papier als auch mit einer App auf dem Tablet. Die erste Einschätzung ist, dass es noch einiges an Zeit braucht, bis es ein einfaches für alle Betriebe umsetzbares System gibt.
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