Wie immer im November in ungeraden Jahren findet in Hannover die Agritechnica statt. Ein Pflichttermin in diesem Jahr. Dieses Jahr aus Richtung Süden kommend war der Anteil der Messebesucher im IC recht hoch und eine entsprechende Stimmung
Die Messe war schon wieder gewachsen und so groß wie noch nie. Dennoch, da weder Informationen für zu beschaffende Maschinen eingeholt werden mussten, noch es große Neuigkeiten gab war der Messebesuch dieses Jahr nicht so stressig. So blieb auch mehr Zeit mit Bekannten zu erzählen und Neuigkeiten auszutauschen.
Dieses Jahr konnte man den anhaltenden Trend zu bodenschonenden Fahrwerken gut erkennen. Bei den Mähdreschern bieten eigentlich alle Hersteller inzwischen für die größeren Modelle Raupenlaufwerke auf der Vorderachse an und es gibt auch die ersten Feldhäcksler mit Raupenlaufwerken. Ansonsten werden jetzt für breite Reifen auch integrierte Reifendrucksteuerungsanlagen eingebaut, auf dem Bild ein Claas Jaguar Feldhäcksler mit 900 mm-Bereifung.
Bei manchen Aussteller ist immer ein großes Interesse, so auch bei Fendt, und als dortiges Highlight die neue 1000-Vario-Modellreihe, die schon letztes Jahr auf dem Feldtag in Wadenbrunn vorgestellt wurde. Hier macht die große Menschenmenge um den Traktor deutlich mehr her als alles andere.
Auf dem Stand von Sgariboldi lief noch das gleiche Video wie vor zwei Jahren vom Modell Gulliver 8000, in dem sowohl der Mischwagen und der Betrieb gut bekannt sind.
Sonntag, 29. November 2015
Samstag, 28. November 2015
In den Niederlanden, Teil 2
Nächste Station auf der ALL-Tour in den Niederlanden war der Betrieb Batenburg in Giethoorn (Gem. Steenwijkerland, Prov. Overijssel).
Der Betrieb der Familie Aalberts-Brandsma ist aktuell recht bekannt als Züchter des stark eingesetzten Bullen Stellando RF der niederländischen Besamungsstation CRV.
Den Betrieb kann man stellvertretend für viele stark gewachsene niederländische Milchviehhalter sehen. Nach einem Stallneubau inkl. Melkzentrum 2000 wurde bereits 2012 nochmals mit einem neuen 300er-Stall erweitert und ein neuer Melkstand gebaut. Aktuell werden 350 Kühe und 215 Stück weibliche Nachzucht gehalten. Im Futterbau werden 150 ha Grünland bewirtschaftet, sowie 50 ha Silomais in einer Betriebsgemeinschaft.
Der neue Stall ist als 6-Reiher mit seitlichen Futtertischen ausgeführt. An einer Seite ist der Melkstand mittig im Gebäude, ohne Vorwartehof, angeordnet. Dies ist ein Doppel-18-Side-by-Side von GEA mit Fütterung und Schnellaustrieb, dabei wird die gesamte Fütterungsanlage beim Auslass senkrecht nach oben gefahren. Die gesamte Technik zum Melken ist unterhalb der Standplätze installiert (Dual-Subway). Die Laufgänge im Stall sind mit emmissionsreduzierenden Spaltenboden mit Schieberanlage ausgerüstet. Auf dem Foto der Spaltenboden aus dem Melkstand gesehen:
Auf der anderen Seite des Stalles wird direkt aus dem Güllekeller Gülle mit einem Separator für die Einstreugewinnung separiert. Die Niederländer nennen das Verfahren mit Seperateinstreu "Green Bedding". Das Seperat mit knapp 30 % Trockenmasse wird einmal wöchentlich dünn eingestreut.
Im Stall fiel besonders die Heterogenität der Kühe auf: Hier zeigten sich die beiden Zuchtphilosophien. Zum einen der Einsatz der modernen genomischen Jungbullen, um jährlich zwei Bullen an Besamungsstationen verkaufen zu können und zum anderen das eigene Zuchtziel einer "nachhaltigen" Kuh: "Eine 100.000 kg-Bullenmutter". Für die Besamung werden aktuell 30 % Weiß-Blaue-Belgier eingesetzt, daneben noch zu 30 % eigene Deckbullen. Seit über 25 Jahren wird auch hier das Triple-A-System zur Anpaarung genutzt. Bis jetzt hat der Betrieb 18 100.000 kg-Kühe hervorgebracht, davon erreichten auch 4 die 10 t Inhaltsstoffe!
Die Milchleistung liegt bei knapp über 9.600 kg mit sehr hohen Inhaltsstoffen (772 kg FEK).
Im ganzen ein interessanter innovativer Betrieb, der für mich mal wieder zeigte das bei den Niederländern Forschung und Praxis eng verzahnt sind und der Fortschritt schnell umgesetzt wird.
Der Betrieb der Familie Aalberts-Brandsma ist aktuell recht bekannt als Züchter des stark eingesetzten Bullen Stellando RF der niederländischen Besamungsstation CRV.
Den Betrieb kann man stellvertretend für viele stark gewachsene niederländische Milchviehhalter sehen. Nach einem Stallneubau inkl. Melkzentrum 2000 wurde bereits 2012 nochmals mit einem neuen 300er-Stall erweitert und ein neuer Melkstand gebaut. Aktuell werden 350 Kühe und 215 Stück weibliche Nachzucht gehalten. Im Futterbau werden 150 ha Grünland bewirtschaftet, sowie 50 ha Silomais in einer Betriebsgemeinschaft.
Der neue Stall ist als 6-Reiher mit seitlichen Futtertischen ausgeführt. An einer Seite ist der Melkstand mittig im Gebäude, ohne Vorwartehof, angeordnet. Dies ist ein Doppel-18-Side-by-Side von GEA mit Fütterung und Schnellaustrieb, dabei wird die gesamte Fütterungsanlage beim Auslass senkrecht nach oben gefahren. Die gesamte Technik zum Melken ist unterhalb der Standplätze installiert (Dual-Subway). Die Laufgänge im Stall sind mit emmissionsreduzierenden Spaltenboden mit Schieberanlage ausgerüstet. Auf dem Foto der Spaltenboden aus dem Melkstand gesehen:
Auf der anderen Seite des Stalles wird direkt aus dem Güllekeller Gülle mit einem Separator für die Einstreugewinnung separiert. Die Niederländer nennen das Verfahren mit Seperateinstreu "Green Bedding". Das Seperat mit knapp 30 % Trockenmasse wird einmal wöchentlich dünn eingestreut.
Im Stall fiel besonders die Heterogenität der Kühe auf: Hier zeigten sich die beiden Zuchtphilosophien. Zum einen der Einsatz der modernen genomischen Jungbullen, um jährlich zwei Bullen an Besamungsstationen verkaufen zu können und zum anderen das eigene Zuchtziel einer "nachhaltigen" Kuh: "Eine 100.000 kg-Bullenmutter". Für die Besamung werden aktuell 30 % Weiß-Blaue-Belgier eingesetzt, daneben noch zu 30 % eigene Deckbullen. Seit über 25 Jahren wird auch hier das Triple-A-System zur Anpaarung genutzt. Bis jetzt hat der Betrieb 18 100.000 kg-Kühe hervorgebracht, davon erreichten auch 4 die 10 t Inhaltsstoffe!
Die Milchleistung liegt bei knapp über 9.600 kg mit sehr hohen Inhaltsstoffen (772 kg FEK).
Im ganzen ein interessanter innovativer Betrieb, der für mich mal wieder zeigte das bei den Niederländern Forschung und Praxis eng verzahnt sind und der Fortschritt schnell umgesetzt wird.
Samstag, 31. Oktober 2015
Kreistierschau
Der Herbst ist in vollem Gange, und die Weidesaison neigt sich zum Ende.
Dennoch stand für eine der (laktierenden) Kühe ein Ausflug an: Die Kreistierschau in Hadamar-Steinbach.
Zensi 640 (Vater Prohuvo) war als Demonstrationstier für das Braunvieh dabei. Als einzige Nicht-Holstein ging sie entsprechend außer Konkurrenz durch den Schauring. Da sie Anfang Februar zum dritten Mal kalbt war sie auch nicht in bester Schauform, aber egal: dabei sein ist Alles.
Dennoch stand für eine der (laktierenden) Kühe ein Ausflug an: Die Kreistierschau in Hadamar-Steinbach.
Zensi 640 (Vater Prohuvo) war als Demonstrationstier für das Braunvieh dabei. Als einzige Nicht-Holstein ging sie entsprechend außer Konkurrenz durch den Schauring. Da sie Anfang Februar zum dritten Mal kalbt war sie auch nicht in bester Schauform, aber egal: dabei sein ist Alles.
Freitag, 30. Oktober 2015
In den Niederlanden, Teil 1
Als nächste Station der ALL-Exkursion stand der Betrieb Zandvlet in Langezwaag (Gem. Opsterland, Prov. Friesland) in den Niederlanden auf dem Programm.
Familie Zandvlet hält 135 Milchkühe und die weibliche Nachzucht. Bewirtschaftet werden 100 ha Dauergrünland. Aktuell wird noch zusätzliches Ackerland für den Silomais-Anbau gepachtet. In den nächsten Jahren soll aber aus der Silomais-Fütterung ausgestiegen werden. Im Sommer werden die Kühe alle tagsüber auf der Weide gehalten.
Besonders ist jedoch die Zuchtphilosophie des Betriebes. Langlebige, spätreife, dauerleistende Kühe mit einem Exterieur, dass auch ein gutes Euter und Fundament und einen tiefen Körper hat, aber nur sehr wenig Milchtyp. Die Herde zeigt deutlich, dass der Betrieb seit 25 Jahren sein Zuchtziel konsequent verfolgt und sich von niemanden beeinflussen lässt. Zur Anpaarung wird das Tripel-A-System genutzt.
Auch hier wurden die Kühen auf der Weide begutachtet. Diese waren in drei Gruppen eingeteilt: die Trockensteher, die Laktierenden und die Laktierenden mit mehr als 50.000 kg Lebensleistung (immerhin 32 Stück). Mir fiel dabei besonders eine Kuh (Boss Iron x Zecher) in der sechsten Laktation auf (siehe Foto), diese wirkte immer noch recht jugendlich und würde in vielen Betriebe auch als Kuh mit zwei Kälbern durchgehen. Dabei hat sie schon eine Lebensleistung von 58.600 kg bei 5,32 % Fett und 3,66 % Eiweiß.
Dass die Kühe wirklich älter werden zeigen die Zahlen: Die Lebensleistung der abgegangen Kühe lag in den letzten 3 Jahren bei 49.800 kg bei einer Abgangsrate von 9,7 %! Die Remontierungsrate liegt bei etwa 25 %, die Differenz wird als Zuchttiere verkauft, auch etliche Kühe in der zweiten und dritten Laktation. Zudem auch viele Kuhkälber direkt verkauft. Die Milchleistung liegt bei etwa 9.500 kg mit hohen Inhaltsstoffen (742 kg FEK).
Auf dem Foto der Doppel-12-Side-by-Side-Melkstand mit Fütterung von GEA.
Familie Zandvlet hält 135 Milchkühe und die weibliche Nachzucht. Bewirtschaftet werden 100 ha Dauergrünland. Aktuell wird noch zusätzliches Ackerland für den Silomais-Anbau gepachtet. In den nächsten Jahren soll aber aus der Silomais-Fütterung ausgestiegen werden. Im Sommer werden die Kühe alle tagsüber auf der Weide gehalten.
Besonders ist jedoch die Zuchtphilosophie des Betriebes. Langlebige, spätreife, dauerleistende Kühe mit einem Exterieur, dass auch ein gutes Euter und Fundament und einen tiefen Körper hat, aber nur sehr wenig Milchtyp. Die Herde zeigt deutlich, dass der Betrieb seit 25 Jahren sein Zuchtziel konsequent verfolgt und sich von niemanden beeinflussen lässt. Zur Anpaarung wird das Tripel-A-System genutzt.
Auch hier wurden die Kühen auf der Weide begutachtet. Diese waren in drei Gruppen eingeteilt: die Trockensteher, die Laktierenden und die Laktierenden mit mehr als 50.000 kg Lebensleistung (immerhin 32 Stück). Mir fiel dabei besonders eine Kuh (Boss Iron x Zecher) in der sechsten Laktation auf (siehe Foto), diese wirkte immer noch recht jugendlich und würde in vielen Betriebe auch als Kuh mit zwei Kälbern durchgehen. Dabei hat sie schon eine Lebensleistung von 58.600 kg bei 5,32 % Fett und 3,66 % Eiweiß.
Dass die Kühe wirklich älter werden zeigen die Zahlen: Die Lebensleistung der abgegangen Kühe lag in den letzten 3 Jahren bei 49.800 kg bei einer Abgangsrate von 9,7 %! Die Remontierungsrate liegt bei etwa 25 %, die Differenz wird als Zuchttiere verkauft, auch etliche Kühe in der zweiten und dritten Laktation. Zudem auch viele Kuhkälber direkt verkauft. Die Milchleistung liegt bei etwa 9.500 kg mit hohen Inhaltsstoffen (742 kg FEK).
Auf dem Foto der Doppel-12-Side-by-Side-Melkstand mit Fütterung von GEA.
Sonntag, 11. Oktober 2015
Kleine, böse Tierchen
Wenn man mit Rindern arbeitet hat man es mit friedlichen und (in den meisten Fällen) mit ungefährlichen Tieren zu tun.
Abwechslung gab es an diesem Wochenende: Bei der Feuerwehr gab es eine Sonderausbildung "Umgang mit gefährlichen und giftigen Tieren" im Darmstädter Zoo. Nach der Berufsfeuerwehr Darmstadt sind wir die erste freiwillige Feuerwehr, die diese Fortbildung gemacht hat.
Zuerst eine theoretischen Teil mit einer Präsentation mit vielen Bildern, was es alles an gefährlichen und giftigen Tieren gibt. Das von 3.500 Schlangenarten weltweit "nur" 220 tödlich giftig sind, und von denen natürlich keine in Europa vorkommen. Aber in Hobby-Haltung gibt es nichts was es nicht gibt, so wird geschätzt, dass es alleine in Hessen etwa 30 Krokodile in privater Haltung gibt! Demnach ist die Devise im Einsatz: Mit allem rechnen!
Anschließend gab es ein Rundgang im Zoo, wo die Tiere mal begutachtet wurden: Schlangen, Krustenechsen, Frösche, Leguane, Stachelrochen und ein Sumpfkrokodil. Praktischer Teil hinter den Kulissen war das Fixieren und Hochheben einer Grünen Wasseragame (Physignathus cocincinus). Dabei fixiert eine Hand den Kopf und hält die Vorderbeine, die zweite an der Schwanzwurzel und die Hinterbeine. So wird man nicht gekratzt und nicht mit dem Schwanz geschlagen. Bei 65 cm und gerade mal 350 g (im gefütterten Zustand!) ist das Tier sehr filigran und weich und nur sehr vorsichtig anzufassen. Da merkt man erst, wie schwer und stark gebaut selbst ein neugeborenes Kalb ist.
Abschließend noch ein kurzer Überblick von Fangwerkzeugen. Über XXL-Kescher ("damit kann man auch einen Luchs fangen"), Schlangenhaken, die nur für dicke, träge Schlangen geeignet sind, über Greifzangen bis zur "Sauschlinge", einem Teleskopstab mit einer Drahtschlinge am vorderen Ende, die man von hinten zuziehen kann.
Im gesamten einen guten Überblick, was es an "unangenehmen" Tieren so alles gibt. Da bleibt man doch gerne bei den Kühen!
Abwechslung gab es an diesem Wochenende: Bei der Feuerwehr gab es eine Sonderausbildung "Umgang mit gefährlichen und giftigen Tieren" im Darmstädter Zoo. Nach der Berufsfeuerwehr Darmstadt sind wir die erste freiwillige Feuerwehr, die diese Fortbildung gemacht hat.
Zuerst eine theoretischen Teil mit einer Präsentation mit vielen Bildern, was es alles an gefährlichen und giftigen Tieren gibt. Das von 3.500 Schlangenarten weltweit "nur" 220 tödlich giftig sind, und von denen natürlich keine in Europa vorkommen. Aber in Hobby-Haltung gibt es nichts was es nicht gibt, so wird geschätzt, dass es alleine in Hessen etwa 30 Krokodile in privater Haltung gibt! Demnach ist die Devise im Einsatz: Mit allem rechnen!
Anschließend gab es ein Rundgang im Zoo, wo die Tiere mal begutachtet wurden: Schlangen, Krustenechsen, Frösche, Leguane, Stachelrochen und ein Sumpfkrokodil. Praktischer Teil hinter den Kulissen war das Fixieren und Hochheben einer Grünen Wasseragame (Physignathus cocincinus). Dabei fixiert eine Hand den Kopf und hält die Vorderbeine, die zweite an der Schwanzwurzel und die Hinterbeine. So wird man nicht gekratzt und nicht mit dem Schwanz geschlagen. Bei 65 cm und gerade mal 350 g (im gefütterten Zustand!) ist das Tier sehr filigran und weich und nur sehr vorsichtig anzufassen. Da merkt man erst, wie schwer und stark gebaut selbst ein neugeborenes Kalb ist.
Abschließend noch ein kurzer Überblick von Fangwerkzeugen. Über XXL-Kescher ("damit kann man auch einen Luchs fangen"), Schlangenhaken, die nur für dicke, träge Schlangen geeignet sind, über Greifzangen bis zur "Sauschlinge", einem Teleskopstab mit einer Drahtschlinge am vorderen Ende, die man von hinten zuziehen kann.
Im gesamten einen guten Überblick, was es an "unangenehmen" Tieren so alles gibt. Da bleibt man doch gerne bei den Kühen!
Samstag, 10. Oktober 2015
In Ostfriesland, Teil 2
Station 2 in Ostfriesland: Die Haßbargen GbR in Ihlow-Barstede (LK Aurich).
Der Betrieb ist typisch für Ostfriesland. Ein Moor- und Geeststandort mit entsprechend schlechten Böden führt zu einem Grünlandstandort, der prädestiniert ist für Milchviehhaltung.
Bewirtschaftet werden 130 ha, davon 95 ha Grünland. Angebaut werden zudem 35 ha Silomais. Gehalten werden an mehreren benachbarten Hofstellen 195 Milchkühen und die Nachzucht. Etwa 15 ha liegen direkt umgebend und werden als Halbtagsweide für die Kühe genutzt.
Im Stall wird eine PMR (partielle Mischration) mit Kartoffelpülpe gefüttert und zusätzlich leistungsabhängig Kraftfutter in Transponder-Stationen.
Der 24er Swing-Over-Melkstand von GEA verfügt zudem über eine Melkstand-Fütterung. Der Melkstand befindet sich im alten Stallgebäude, und der Wartehof im um 1980 dahinter angebauten Boxenlaufstall. Da dieser eine sehr niedrige Deckenhöhe hat konnte im Wartehof kein Treiber eingebaut werden. Hinter dem Wartehof befindet sich der eigentliche neue Boxenlaufstall.
Die Milchleistung liegt bei etwa 10.000 mit normalen Inhaltstoffen (743kg FEK).
Neben der weiblichen Nachzucht werden pro Jahr auch ca. 30 Zuchtbullen aufgezogen. Besonders im Frühjahr können diese in Ostfriesland gut vermarktet werden, da es dort üblich ist beim Weideauftrieb der Jungrinder einen jungen Zuchtbullen zuzuteilen.
Da der Betrieb regelmäßig an den Verbandsschauen der VOSt teilnimmt wurden die Kühe auf der Weide hinter dem Stall begutachtet. Und bei nur 170 laktierenden Kühen hat man genug Zeit ausführlich die Abstammung und Besonderheiten der einzelnen Tiere zu erörtern.
Bei strahlendem Sonnenschein und einer leichten Brise auf der Weide zwischen den Kühen ist halt immer noch am schönsten:
Der Betrieb ist typisch für Ostfriesland. Ein Moor- und Geeststandort mit entsprechend schlechten Böden führt zu einem Grünlandstandort, der prädestiniert ist für Milchviehhaltung.
Bewirtschaftet werden 130 ha, davon 95 ha Grünland. Angebaut werden zudem 35 ha Silomais. Gehalten werden an mehreren benachbarten Hofstellen 195 Milchkühen und die Nachzucht. Etwa 15 ha liegen direkt umgebend und werden als Halbtagsweide für die Kühe genutzt.
Im Stall wird eine PMR (partielle Mischration) mit Kartoffelpülpe gefüttert und zusätzlich leistungsabhängig Kraftfutter in Transponder-Stationen.
Der 24er Swing-Over-Melkstand von GEA verfügt zudem über eine Melkstand-Fütterung. Der Melkstand befindet sich im alten Stallgebäude, und der Wartehof im um 1980 dahinter angebauten Boxenlaufstall. Da dieser eine sehr niedrige Deckenhöhe hat konnte im Wartehof kein Treiber eingebaut werden. Hinter dem Wartehof befindet sich der eigentliche neue Boxenlaufstall.
Die Milchleistung liegt bei etwa 10.000 mit normalen Inhaltstoffen (743kg FEK).
Neben der weiblichen Nachzucht werden pro Jahr auch ca. 30 Zuchtbullen aufgezogen. Besonders im Frühjahr können diese in Ostfriesland gut vermarktet werden, da es dort üblich ist beim Weideauftrieb der Jungrinder einen jungen Zuchtbullen zuzuteilen.
Da der Betrieb regelmäßig an den Verbandsschauen der VOSt teilnimmt wurden die Kühe auf der Weide hinter dem Stall begutachtet. Und bei nur 170 laktierenden Kühen hat man genug Zeit ausführlich die Abstammung und Besonderheiten der einzelnen Tiere zu erörtern.
Bei strahlendem Sonnenschein und einer leichten Brise auf der Weide zwischen den Kühen ist halt immer noch am schönsten:
Sonntag, 4. Oktober 2015
Übungs-U-Bahn
Am letzten Wochenende gab es den diesjährigen Feuerwehr-Ausflug.
Ziel war die Feuerwache 1 der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main. Diese befindet sich im 2003 gebauten BRKZ (Zentrum für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst) im Stadtteil Eckenheim. Dort ist neben der Feuerwache auch die Verwaltung, die Leitstelle und die Werkstätten untergebracht. Zusätzlich sind hier auch die Spezialfahrzeuge des Umweltdienstes (Gefahrstoffe und Atemschutz) und der Rüstzug Schiene.
Neben der Feuerwache wurde auch das angrenzende Feuerwehr- und Rettungstrainigscenter (FRTC) besichtigt, die zentrale Ausbildungseinrichtung in Frankfurt. Die in der Größe und Ausstattung mit den meisten Landesfeuerwehrschulen mithalten kann. In einer großen Halle ist ein Straßenzug mit typischen Frankfurter Gebäuden nachgebaut, in einigen kann über Gasbrenner Feuer simuliert werden. Alles ist detailgetreu aufgebaut, inkl. Straßenlaternen und Gullydeckeln.
Auf dem Freigelände steht ein großer Baukran für Abseilübungen und verschiedene schiefe Ebenen zur Übung spezieller Verkehrsunfälle.
Highlight ist jedoch der U-Bahnhof. In dieser Halle steht eine U-Bahn des Typs Bombardier U5-25, dem aktuellen Modell in Frankfurt. Dieser neuwertige Zug wurde 2010 zum Übungsobjekt, nachdem er im Werk im Bautzen beim Hochwasser im Wasser stand und einen Totalschaden an der Elektronik erhielt. In der Halle ist detailiert ein U-Bahnhof nachgebaut, mit allem was dazugehört, Fahrplänen, Mülleimern usw.
Ziel war die Feuerwache 1 der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main. Diese befindet sich im 2003 gebauten BRKZ (Zentrum für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst) im Stadtteil Eckenheim. Dort ist neben der Feuerwache auch die Verwaltung, die Leitstelle und die Werkstätten untergebracht. Zusätzlich sind hier auch die Spezialfahrzeuge des Umweltdienstes (Gefahrstoffe und Atemschutz) und der Rüstzug Schiene.
Neben der Feuerwache wurde auch das angrenzende Feuerwehr- und Rettungstrainigscenter (FRTC) besichtigt, die zentrale Ausbildungseinrichtung in Frankfurt. Die in der Größe und Ausstattung mit den meisten Landesfeuerwehrschulen mithalten kann. In einer großen Halle ist ein Straßenzug mit typischen Frankfurter Gebäuden nachgebaut, in einigen kann über Gasbrenner Feuer simuliert werden. Alles ist detailgetreu aufgebaut, inkl. Straßenlaternen und Gullydeckeln.
Auf dem Freigelände steht ein großer Baukran für Abseilübungen und verschiedene schiefe Ebenen zur Übung spezieller Verkehrsunfälle.
Highlight ist jedoch der U-Bahnhof. In dieser Halle steht eine U-Bahn des Typs Bombardier U5-25, dem aktuellen Modell in Frankfurt. Dieser neuwertige Zug wurde 2010 zum Übungsobjekt, nachdem er im Werk im Bautzen beim Hochwasser im Wasser stand und einen Totalschaden an der Elektronik erhielt. In der Halle ist detailiert ein U-Bahnhof nachgebaut, mit allem was dazugehört, Fahrplänen, Mülleimern usw.
Samstag, 3. Oktober 2015
In Ostfriesland, Teil 1
Im Rahmen des ALL-Züchtertages und als erste Station der Exkursion stand die Betriebsbesichtigung bei der Oorlog GbR im ostfriesischen Rhauderfehn-Klostermoor (LK Leer) auf dem Programm.
Der Betrieb liegt auf Gebiet, dass erst seit den 1950er Jahren nach der Moor-Kultivierung durch den Emslandplan landwirtschaftlich genutzt wird. Von den 90 ha Nutzfläche liegen 30 ha Grünland arrondiert um die Hofstelle und werden als Weide für die Milchkühe (halbtags) und Jungrinder (ganztägig) genutzt. Daneben werden auch Silomais und Ackergras für die Grassamenvermehrung angebaut.
Hauptzweig des Betriebes ist jedoch die Milchviehhaltung mit 75 Kühen. Die Milchleistung liegt über 11.500 kg (825 kg FEK). Besonderheit ist die Fütterung mit dem Weelink-System, einem verschiebbaren Fressgitter. Hier wird nur alle 4 Tage Gras- und Maissilage in Blöcken auf den Futtertisch gestellt. Dadurch ist der Arbeitsaufwand für die Fütterung recht gering. Neben der weiblichen Nachzucht werden auch alle Bullenkälber aufgezogen. Diese werden alle als Deckbullen ab Hof über den Zuchtverband VOSt vermarktet. Um alle Bullen verkaufen zu können werden im Betrieb nur die 4 bis 5 besten genomischen Jungbullen des VOSt in der Besamung eingesetzt.
Als Brunstbeobachtungssystem kommt Heatime zum Einsatz, zusätzlich bei den frischlaktierenden Kühen Ruminact zur Kontrolle der Wiederkauaktivität
Neben den Milchkühen werden auch noch 200 Mastschweine gehalten.
Der Betrieb liegt auf Gebiet, dass erst seit den 1950er Jahren nach der Moor-Kultivierung durch den Emslandplan landwirtschaftlich genutzt wird. Von den 90 ha Nutzfläche liegen 30 ha Grünland arrondiert um die Hofstelle und werden als Weide für die Milchkühe (halbtags) und Jungrinder (ganztägig) genutzt. Daneben werden auch Silomais und Ackergras für die Grassamenvermehrung angebaut.
Hauptzweig des Betriebes ist jedoch die Milchviehhaltung mit 75 Kühen. Die Milchleistung liegt über 11.500 kg (825 kg FEK). Besonderheit ist die Fütterung mit dem Weelink-System, einem verschiebbaren Fressgitter. Hier wird nur alle 4 Tage Gras- und Maissilage in Blöcken auf den Futtertisch gestellt. Dadurch ist der Arbeitsaufwand für die Fütterung recht gering. Neben der weiblichen Nachzucht werden auch alle Bullenkälber aufgezogen. Diese werden alle als Deckbullen ab Hof über den Zuchtverband VOSt vermarktet. Um alle Bullen verkaufen zu können werden im Betrieb nur die 4 bis 5 besten genomischen Jungbullen des VOSt in der Besamung eingesetzt.
Als Brunstbeobachtungssystem kommt Heatime zum Einsatz, zusätzlich bei den frischlaktierenden Kühen Ruminact zur Kontrolle der Wiederkauaktivität
Neben den Milchkühen werden auch noch 200 Mastschweine gehalten.
Mittwoch, 23. September 2015
Traubenlesen
Aktuell gibt es viel Abwechslung: Neben dem Maishäckseln stand dieses Jahr für mich mal wieder Traubenlesen an. Dies bietet sich ja, wenn man gerade mal in Rheinhessen ist.
Durch die diesjährige Trockenheit verschob sich der Erntebeginn nach hinten, wenn auch die Ertragseinbußen nicht so hoch sind wie im Futterbau.
Geerntet wurde zuerst der größte Weinberg, auf dem Reben der Sorte Müller-Thurgau (auch bekannt als Rivaner) stehen. Müller-Thurgau ist über 4.200 ha knapp hinter Riesling die zweitmeist angebaute Rebsorte in Rheinhessen.
Nach dem Erntestart am Morgen half ich beim zweiten Durchgang am Abend mit. Ich fuhr wie in den vorangegangen Jahren auch die Trauben nach der Ernte zum Keltern. Da es dann morgens 10 l geregnet hatte, und in der Woche zuvor 40 l, war es doch etwas schmierig und matschig.
Da wir in der Abenddämmerung anfingen, konnte ich kein Foto machen und daher ist das Bild aus dem Archiv von der Traubenlese 2010 am gleichen Weinberg. Bedingt durch die Fotografie mit dem damaligen Handy und der Belichtung an einem sonnigen Tag ist die Qualität bescheiden. Zu sehen ist der gezogene Vollernter vom Typ Krieger K3, davor ein Schmalspurtraktor Dexheimer Allrad 345.
Durch die diesjährige Trockenheit verschob sich der Erntebeginn nach hinten, wenn auch die Ertragseinbußen nicht so hoch sind wie im Futterbau.
Geerntet wurde zuerst der größte Weinberg, auf dem Reben der Sorte Müller-Thurgau (auch bekannt als Rivaner) stehen. Müller-Thurgau ist über 4.200 ha knapp hinter Riesling die zweitmeist angebaute Rebsorte in Rheinhessen.
Nach dem Erntestart am Morgen half ich beim zweiten Durchgang am Abend mit. Ich fuhr wie in den vorangegangen Jahren auch die Trauben nach der Ernte zum Keltern. Da es dann morgens 10 l geregnet hatte, und in der Woche zuvor 40 l, war es doch etwas schmierig und matschig.
Da wir in der Abenddämmerung anfingen, konnte ich kein Foto machen und daher ist das Bild aus dem Archiv von der Traubenlese 2010 am gleichen Weinberg. Bedingt durch die Fotografie mit dem damaligen Handy und der Belichtung an einem sonnigen Tag ist die Qualität bescheiden. Zu sehen ist der gezogene Vollernter vom Typ Krieger K3, davor ein Schmalspurtraktor Dexheimer Allrad 345.
Dienstag, 22. September 2015
Silomaisernte
Nach dem Maisfeldtag ging es an die Silomaisernte.
Zur Abwechslung mal wieder einen ganzen Tag auf dem Traktor. Statt Kühe oder Färsen wurde jedoch frisch gehäckselter Mais gefahren.
Das Wetter spielte gut mit, trocken und nur wenig Wind. Auch die Böden waren durch die lange Trockenheit gut befahrbar und es wurden keine Spuren eingefahren.
Auf dem Bild ist gerade der größte Schlag mit 8,5 ha fertig. Die letzten Reihen werden gehäckselt von einem Claas Jaguar 940 mit RU600-Maisgebiss, daneben als Abfahrer ein Fendt 828 mit einem Abschiebewagen Fliegl Gigant ASW271. Fotografiert habe ich während der Fahrt durch die geöffnete Frontscheibe des Fendt Favorit 712. Dieser gehört zu den Modellen, bei dem noch kein "Dieselross"-Logo als Peilhilfe auf die Motorhaube geklebt wurde. Diese Aufgaben übernimmt ein weißer Markierungsstab in der Fronthydraulik. Hinten am Traktor hängt ein Tandem-Muldenkipper von Krampe, TWK 16 mit dem höchsten Silageaufbau.
Zur Abwechslung mal wieder einen ganzen Tag auf dem Traktor. Statt Kühe oder Färsen wurde jedoch frisch gehäckselter Mais gefahren.
Das Wetter spielte gut mit, trocken und nur wenig Wind. Auch die Böden waren durch die lange Trockenheit gut befahrbar und es wurden keine Spuren eingefahren.
Auf dem Bild ist gerade der größte Schlag mit 8,5 ha fertig. Die letzten Reihen werden gehäckselt von einem Claas Jaguar 940 mit RU600-Maisgebiss, daneben als Abfahrer ein Fendt 828 mit einem Abschiebewagen Fliegl Gigant ASW271. Fotografiert habe ich während der Fahrt durch die geöffnete Frontscheibe des Fendt Favorit 712. Dieser gehört zu den Modellen, bei dem noch kein "Dieselross"-Logo als Peilhilfe auf die Motorhaube geklebt wurde. Diese Aufgaben übernimmt ein weißer Markierungsstab in der Fronthydraulik. Hinten am Traktor hängt ein Tandem-Muldenkipper von Krampe, TWK 16 mit dem höchsten Silageaufbau.
Dienstag, 15. September 2015
Maisfeldtag
Nach dem der Häcksler getestet war und bereitstand gab es vorher noch den Maisfeldtag.
Im zweijährigen Rhythmus führt die RWZ in Beselich-Schupach einen Anbauversuch für Silomais durch.
Letzte Woche stand als Abschluss vor der Ernte ein Feldabend an, an dem die Sorte vorgestellt wurden. Im Versuch wurden insgesamt 32 Sorten von 12 Züchtern/Vertriebsorganisationen angebaut. Dabei reichte die Spanne in den Reifezahlen von S200 (früh) bis S260 (mittelspät). Meiner Meinung nach für die Region eher zu frühe Sorten, da hier eher S260 als S230-Sorten als Standard passen.
Bei der Sorten-Vorstellung wurde deutlich, dass das diesjährige trockene Wetter die Sorten sehr unterschiedlich getroffen hatte. So war die Trockenresistenz der einzelnen Sorten deutlich ausschlaggebender als z.B. die Reifezahl, auch konnten Unterschiede des Bodens innerhalb des Versuchsfeldes gut erkannt werden.
Die Stay-Green-Sorten, bei denen der Kolben schon abgereift ist, also erntereif, und die Blätter noch grün, was zu einer guten Verdaulichkeit der "Rest-Pflanze" führt, konnten erwartungsgemäß die Trockenheit besser verkraften. Jedoch waren bei einigen Sorten die Blätter auch schon so weit abgetrocknet, dass man sie kaum von den anderen "normalen" Sorten unterscheiden konnte.
Im zweijährigen Rhythmus führt die RWZ in Beselich-Schupach einen Anbauversuch für Silomais durch.
Letzte Woche stand als Abschluss vor der Ernte ein Feldabend an, an dem die Sorte vorgestellt wurden. Im Versuch wurden insgesamt 32 Sorten von 12 Züchtern/Vertriebsorganisationen angebaut. Dabei reichte die Spanne in den Reifezahlen von S200 (früh) bis S260 (mittelspät). Meiner Meinung nach für die Region eher zu frühe Sorten, da hier eher S260 als S230-Sorten als Standard passen.
Bei der Sorten-Vorstellung wurde deutlich, dass das diesjährige trockene Wetter die Sorten sehr unterschiedlich getroffen hatte. So war die Trockenresistenz der einzelnen Sorten deutlich ausschlaggebender als z.B. die Reifezahl, auch konnten Unterschiede des Bodens innerhalb des Versuchsfeldes gut erkannt werden.
Die Stay-Green-Sorten, bei denen der Kolben schon abgereift ist, also erntereif, und die Blätter noch grün, was zu einer guten Verdaulichkeit der "Rest-Pflanze" führt, konnten erwartungsgemäß die Trockenheit besser verkraften. Jedoch waren bei einigen Sorten die Blätter auch schon so weit abgetrocknet, dass man sie kaum von den anderen "normalen" Sorten unterscheiden konnte.
Sonntag, 13. September 2015
Fachschule, Teil 2
Nach dem mein Vortrag letztes Jahr bei der Fachschule in Bitburg ein voller Erfolg war (siehe Post vom 24.09.2014) stand dieses Jahr eine Wiederholung an.
Im Rahmen des Wahlmoduls "Herdenmanagment" in der Techniker-Schule gibt es neben Betriebsbesichtigungen und praktischen Übungen (bei der LVAV Neumühle) auch Vorträge. Diese werden von Praktikern gehalten, um auch hier eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen.
Ich hielt auch dieses Jahr wieder einen Vortrag über Arbeitsorganisation und -struktur in Großbetrieben. Hier Stand das Arbeiten im Schichtbetrieb im Mittelpunkt, ein Thema, dass den meisten Schülern, die die oft vom eigenen oder elterlichen Betrieb aus Rheinland-Pfalz kommen und ohne angestellte Mitarbeiter arbeiten, nicht geläufig ist.
Abschließend berichtete ich über Ansätze und eigene Erfahrungen in der Mitarbeiterführung. Ein Thema, das meiner Meinung nach, in der Ausbildung (egal welcher) viel zu kurz kommt.
Die anschließenden Fragen und Diskussion zeigte mir, dass der "Blick über den Tellerrand" funktioniert hat.
Im Rahmen des Wahlmoduls "Herdenmanagment" in der Techniker-Schule gibt es neben Betriebsbesichtigungen und praktischen Übungen (bei der LVAV Neumühle) auch Vorträge. Diese werden von Praktikern gehalten, um auch hier eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen.
Ich hielt auch dieses Jahr wieder einen Vortrag über Arbeitsorganisation und -struktur in Großbetrieben. Hier Stand das Arbeiten im Schichtbetrieb im Mittelpunkt, ein Thema, dass den meisten Schülern, die die oft vom eigenen oder elterlichen Betrieb aus Rheinland-Pfalz kommen und ohne angestellte Mitarbeiter arbeiten, nicht geläufig ist.
Abschließend berichtete ich über Ansätze und eigene Erfahrungen in der Mitarbeiterführung. Ein Thema, das meiner Meinung nach, in der Ausbildung (egal welcher) viel zu kurz kommt.
Die anschließenden Fragen und Diskussion zeigte mir, dass der "Blick über den Tellerrand" funktioniert hat.
Mittwoch, 9. September 2015
Hornloser Fortschritt
Bei der Jahresversammlung der ALL (Arbeitsgemeinschaft LebensLinien) am letzten Wochenende gab es als Highlight einen Gastvortrag von Hartwig Meinikmann, dem Abteilungsleiter für Zucht der RUW. Er stellte das Hornloszuchtprogramm der Rinder-Union West vor.
Neben der Geschichte der modernen Hornlustzucht im Holstein-Bereich der letzten Jahrzehnte ging es auch um den starken Einsatz von hornlosen genomischen Jungbullen, über recht schnell eine größere Anzahl an hornlosen Bullen verfügbar ist. Zudem steigt dadurch schon in den nächsten beiden Jahren die Zahl der hornlosen Bullen die in der Qualität mit den gehörnten mithalten können deutlich an. Auch werden die Schwarzbunten den Vorsprung der Rotbunten einholen.
Bis die gesamte Holstein-Population hornlos ist, und auf das Enthornen verzichtet werden kann, sollen mindestens 20 Jahre vergehen, eher noch länger.
Mir stellt sich hier die Frage ob diese gezielte, schnelle Zucht auf Hornlosigkeit auch Nachteile haben kann, denn aktuell ist ja noch nicht bekannt, ob mit dem Hornlos-Gen evtl. negative Eigenschaften in Gesundheitsmerkmalen gekoppelt sind. Zudem muss man in der Geschwindigkeit bedenken, wie lange es gedauert hat, bis viele Rotbunt-Betriebe ihre Kühe auf Schwarzbunt umgezüchtet hatten. Bei diesem gleichen dominanten Erbweg waren die Schwarzbunten aber den Rotbunten genetisch in der Qualität überlegen, während die Hornlosen (für die nächste Zeit noch) unterlegen sind. Also dürfte es deutlich länger als 30 Jahre dauern.
Den Vortrag habe ich hier verlinkt.
Über die einzelnen besichtigten Betriebe auf der anschließenden Tour wird in den nächsten Wochen berichtet.
Neben der Geschichte der modernen Hornlustzucht im Holstein-Bereich der letzten Jahrzehnte ging es auch um den starken Einsatz von hornlosen genomischen Jungbullen, über recht schnell eine größere Anzahl an hornlosen Bullen verfügbar ist. Zudem steigt dadurch schon in den nächsten beiden Jahren die Zahl der hornlosen Bullen die in der Qualität mit den gehörnten mithalten können deutlich an. Auch werden die Schwarzbunten den Vorsprung der Rotbunten einholen.
Bis die gesamte Holstein-Population hornlos ist, und auf das Enthornen verzichtet werden kann, sollen mindestens 20 Jahre vergehen, eher noch länger.
Mir stellt sich hier die Frage ob diese gezielte, schnelle Zucht auf Hornlosigkeit auch Nachteile haben kann, denn aktuell ist ja noch nicht bekannt, ob mit dem Hornlos-Gen evtl. negative Eigenschaften in Gesundheitsmerkmalen gekoppelt sind. Zudem muss man in der Geschwindigkeit bedenken, wie lange es gedauert hat, bis viele Rotbunt-Betriebe ihre Kühe auf Schwarzbunt umgezüchtet hatten. Bei diesem gleichen dominanten Erbweg waren die Schwarzbunten aber den Rotbunten genetisch in der Qualität überlegen, während die Hornlosen (für die nächste Zeit noch) unterlegen sind. Also dürfte es deutlich länger als 30 Jahre dauern.
Den Vortrag habe ich hier verlinkt.
Über die einzelnen besichtigten Betriebe auf der anschließenden Tour wird in den nächsten Wochen berichtet.
Freitag, 4. September 2015
Häcksler-Test
In einigen Teilen Deutschlands wird schon Silomais geerntet.
Bedingt durch diesjährige Trockenheit ist der Mais in den jeweiligen Landesteilen sehr früh abgereift und wird nun geerntet.
So hat auch der benachbarte Lohnunternehmer seine beiden Häcksler auf Silomais-Ernte umgerüstet.
Entsprechend wurden dann die Einstellungen getestet und ein kleines Stück gehäckselt. Statt einem Anhänger kam die Schaufel des Radladers zum Abfahren in den Einsatz.
Der Feldhäcksler ist ein Claas Jaguar 940 mit RU600-Maisvorsatz und der Radlader ein New Holland W 130B.
Bedingt durch diesjährige Trockenheit ist der Mais in den jeweiligen Landesteilen sehr früh abgereift und wird nun geerntet.
So hat auch der benachbarte Lohnunternehmer seine beiden Häcksler auf Silomais-Ernte umgerüstet.
Entsprechend wurden dann die Einstellungen getestet und ein kleines Stück gehäckselt. Statt einem Anhänger kam die Schaufel des Radladers zum Abfahren in den Einsatz.
Der Feldhäcksler ist ein Claas Jaguar 940 mit RU600-Maisvorsatz und der Radlader ein New Holland W 130B.
Samstag, 29. August 2015
Wildschaden
Der Mais ist dieses Jahr durch die Trockenheit nicht wirklich überragend.
Bisher gab es noch keine größeren Wildschäden durch Wildschweine, das übernehmen dann andere.
Auch wenn es bis zur örtliche Kirmes noch zwei Wochen dauert haben schon die ersten Probleme sich auf der Straße zu halten.
Danke für das Foto.
Bisher gab es noch keine größeren Wildschäden durch Wildschweine, das übernehmen dann andere.
Auch wenn es bis zur örtliche Kirmes noch zwei Wochen dauert haben schon die ersten Probleme sich auf der Straße zu halten.
Danke für das Foto.
Mittwoch, 26. August 2015
4 kg-Kalb, Teil 2
Der Kuhblog hat Zuwachs bekommen: Katharina, geboren am 06.08.2015 um 18:12, 4.180 g und 54 cm.
Alle sind wohlauf und Katharina hat übergangsweise ein Erdmännchen, bis ihre erste Holstein geliefert wird.
Alle sind wohlauf und Katharina hat übergangsweise ein Erdmännchen, bis ihre erste Holstein geliefert wird.
Freitag, 21. August 2015
Zwischenfrucht-Aussaat
Gestern gab es mal wieder einen Ausflug in den Pflanzenbau. Eine Maschinenvorführung zum Thema "Aussaat von Zwischenfrüchten - Saattechnik im Vergleich". Seit der Einführung des Greenings sind sehr viele Betriebe auf das Thema Zwischenfrüchte angewiesen, da es doch die wirtschaftlichste Variante des Greenigs ist, falls Sommerkulturen angebaut werden.
Daher stellt sich auch die Frage wie am günstigsten die Zwischenfrucht im Herbst angesät werden kann. Neben den Low-Tech-Varianten mit dem Grünland-Striegel wie es letztes Jahr als die Lösung gesehen wurde rückt nun scheinbar auch "normale" Saattechnik, wie sie für die Hauptfrüchte genutzt wird, in den Blickpunkt.
Sollten gestern die Maschinen wie bei einer Vorführung üblich bei der Arbeit gezeigt werden, machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nach monatenlanger Trockenheit regnete es gestern Morgen doch einmal recht ordentlich für drei Stunden. Entsprechend konnten die Felder nicht befahren werden. Stattdessen standen wir im Trockenen und die Traktoren mit den Sämaschinen fuhren vorbei und wurden vorgestellt.
Als erstes wurde ein Köckerling Allrounder mit aufgebautem Rauch Air.Green gezeigt, dieser leichte 5 m-Grubber für Stoppelbearbeitung und Saatbettbereitung hat ein aufgebautes pneumatisches Sägerät, dass vor dem Striegel des Grubbers einsät. Eine einfache Variante für hohe Flächenleistungen.
Als nächstes wurde die 3 m-Variante der Horsch Express KR gezeigt, eine 3 m pneumatisches Aufbaudrillmaschine mit Kreiselegge und Scheibenscharen, also eine hier in der Region verbreitete Standard-Technik für die Aussaat im Allgemeinen. Gefolgt von der Horsch Pronot 3 DC, eine angehängte Variante, die statt einer Kreiselegge über eine Scheibenegge verfügt. Für die kleinstrukturierten Flächen mit den kleinen Schlaglängen kann hier viel Zeit mit Rangieren verbracht werden.
Hightlight war dann die Claydon-Streifensaatmaschine. Dieser kleine, aus England stammende, Hersteller baut ein System, mit dem direkt in Stoppeln oder nach einer flachen Bodenbearbeitung gesät werden kann. Dabei werden nur Streifen bearbeitet, in den auch gesät wird (Strip-Till) Ein Grubberschar öffent einen Spalt von bis zu 18 cm Tiefe, danach folgt leicht versetzt ein Grubber-Säschar. Wie bei Minimalbodenbearbeitung üblich werden extreme Mehrertäge versprochen. Interessant ist die Technik zumindest, müsste man aber mal testen. Nachteilig ist der zwingende Totalherbizid-Einsatz.
Abschließend kam noch eine John Deer 740A Direktsaatmaschine, mit klassischen Schneid-Scheiben-Scharen. Ein System mit dem ich schon in Kanada Sojabohnen gedrillt habe. Für Zwischenfruchtsaat, nach meiner Meinung, ungeeignet. Zumindest dürfte es in Deutschland nicht mehr als 30 Maschinen im Einsatz geben, für intensive Produktion auf unseren wechselenden Bodenarten nicht so geeignet.
Auf dem Bild sind die Maschinen von Horsch und von Claydon zu sehen.
Daher stellt sich auch die Frage wie am günstigsten die Zwischenfrucht im Herbst angesät werden kann. Neben den Low-Tech-Varianten mit dem Grünland-Striegel wie es letztes Jahr als die Lösung gesehen wurde rückt nun scheinbar auch "normale" Saattechnik, wie sie für die Hauptfrüchte genutzt wird, in den Blickpunkt.
Sollten gestern die Maschinen wie bei einer Vorführung üblich bei der Arbeit gezeigt werden, machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nach monatenlanger Trockenheit regnete es gestern Morgen doch einmal recht ordentlich für drei Stunden. Entsprechend konnten die Felder nicht befahren werden. Stattdessen standen wir im Trockenen und die Traktoren mit den Sämaschinen fuhren vorbei und wurden vorgestellt.
Als erstes wurde ein Köckerling Allrounder mit aufgebautem Rauch Air.Green gezeigt, dieser leichte 5 m-Grubber für Stoppelbearbeitung und Saatbettbereitung hat ein aufgebautes pneumatisches Sägerät, dass vor dem Striegel des Grubbers einsät. Eine einfache Variante für hohe Flächenleistungen.
Als nächstes wurde die 3 m-Variante der Horsch Express KR gezeigt, eine 3 m pneumatisches Aufbaudrillmaschine mit Kreiselegge und Scheibenscharen, also eine hier in der Region verbreitete Standard-Technik für die Aussaat im Allgemeinen. Gefolgt von der Horsch Pronot 3 DC, eine angehängte Variante, die statt einer Kreiselegge über eine Scheibenegge verfügt. Für die kleinstrukturierten Flächen mit den kleinen Schlaglängen kann hier viel Zeit mit Rangieren verbracht werden.
Hightlight war dann die Claydon-Streifensaatmaschine. Dieser kleine, aus England stammende, Hersteller baut ein System, mit dem direkt in Stoppeln oder nach einer flachen Bodenbearbeitung gesät werden kann. Dabei werden nur Streifen bearbeitet, in den auch gesät wird (Strip-Till) Ein Grubberschar öffent einen Spalt von bis zu 18 cm Tiefe, danach folgt leicht versetzt ein Grubber-Säschar. Wie bei Minimalbodenbearbeitung üblich werden extreme Mehrertäge versprochen. Interessant ist die Technik zumindest, müsste man aber mal testen. Nachteilig ist der zwingende Totalherbizid-Einsatz.
Abschließend kam noch eine John Deer 740A Direktsaatmaschine, mit klassischen Schneid-Scheiben-Scharen. Ein System mit dem ich schon in Kanada Sojabohnen gedrillt habe. Für Zwischenfruchtsaat, nach meiner Meinung, ungeeignet. Zumindest dürfte es in Deutschland nicht mehr als 30 Maschinen im Einsatz geben, für intensive Produktion auf unseren wechselenden Bodenarten nicht so geeignet.
Auf dem Bild sind die Maschinen von Horsch und von Claydon zu sehen.
Dienstag, 21. Juli 2015
Erbsen dreschen
Auf einem Ackerschlag direkt neben dem Betrieb wurden dieses Jahr von einem der Nachbarn Erbsen angebaut.
Die waren nun abgereift und wurden heute geerntet. Damit hatte ich eigentlich noch nicht gerechnet.
Zumindest hörte ich in der Mittagspause auf einmal einen Mähdrescher, nach kurzer Überprüfung der Lage war dann klar, dass die Erbsen gemäht werden. Der Mähdrescherfahrer war gerade dabei das Schneidwerk vom Transportwagen zu heben.
Und so habe ich das erste Mal den Mähdrusch von Erbsen gesehen. Dafür wird ganz einfach das Standardschneidwerk verwendet, denn im Gegensatz zu Sojabohnen hängen bei Erbsen die Schoten nicht mit ganz dicht über dem Boden.
Beim Mähdrescher handelte es sich um eine NewHolland CX760, ca. 10 Jahre alt. 5 Schüttler, 185 kW, 9.000 l Korntank und ein 6 m-Schneidwerk. Womit aber viel rangiert werden musste auf dem Schlag, der gerade mal 1,1 ha groß ist.
Freitag, 17. Juli 2015
Kuhflüsterin?
Heute gibt es mal eine Fernseh-Kritik im Kuhblog.
Normalerweise sind Kritiken über landwirtschaftliche Themen im Fernsehen meist nicht sinnvoll, da die Sendungen so einseitig sind, dass man oft denkt, dass statt den öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag wahrzunehmen eher eine Sendung sehr gewinnbringend an gewisse Organisationen oder selbst ernannte Weltverbesserer vermarktet wurde.
Und wenn man beim Melken im Melkkarussell immer Radio hört kriegt man auch Werbung mit, die die ARD für ihre Vorabendsendungen macht. Heute für "Die Kuhflüsterin". Alleine die Aussage "Kühe können nicht kotzen" im Spot machte mich neugierig. Da hat scheinbar der Drehbuchautor sehr geringe Fachkenntnisse bzw. hat noch nie danach sein Overall waschen und die Wand im Melkstand schrubben müssen.
Da ich genügend Zeit hatte zwischen dem Mittags- und Abends-Melken habe ich mir die Sendung mal angeschaut.
Einen genaueren Sinn habe ich nicht ableiten können, da faktisch keine Kühe vorkommen. Im Vorspann zum Titel eine animierte Kuh, die einmal quer durchs Bild schleckt und noch ein 2-Sekunden-Schwenk über eine Landschaft, wo vier Jungrinder auf der Weide stehen. Der Farbe nach zu urteilen Kreuzungen aus der Mutterkuhhaltung.
Mit dem Titel "Kuhflüsterin" dürften die genauso daneben liegen, wie das Kühe nicht kotzen könnten.
Was ein richtiger Kuhflüsterer ist, kann man hier nachlesen.
Normalerweise sind Kritiken über landwirtschaftliche Themen im Fernsehen meist nicht sinnvoll, da die Sendungen so einseitig sind, dass man oft denkt, dass statt den öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag wahrzunehmen eher eine Sendung sehr gewinnbringend an gewisse Organisationen oder selbst ernannte Weltverbesserer vermarktet wurde.
Und wenn man beim Melken im Melkkarussell immer Radio hört kriegt man auch Werbung mit, die die ARD für ihre Vorabendsendungen macht. Heute für "Die Kuhflüsterin". Alleine die Aussage "Kühe können nicht kotzen" im Spot machte mich neugierig. Da hat scheinbar der Drehbuchautor sehr geringe Fachkenntnisse bzw. hat noch nie danach sein Overall waschen und die Wand im Melkstand schrubben müssen.
Da ich genügend Zeit hatte zwischen dem Mittags- und Abends-Melken habe ich mir die Sendung mal angeschaut.
Einen genaueren Sinn habe ich nicht ableiten können, da faktisch keine Kühe vorkommen. Im Vorspann zum Titel eine animierte Kuh, die einmal quer durchs Bild schleckt und noch ein 2-Sekunden-Schwenk über eine Landschaft, wo vier Jungrinder auf der Weide stehen. Der Farbe nach zu urteilen Kreuzungen aus der Mutterkuhhaltung.
Mit dem Titel "Kuhflüsterin" dürften die genauso daneben liegen, wie das Kühe nicht kotzen könnten.
Was ein richtiger Kuhflüsterer ist, kann man hier nachlesen.
Sonntag, 28. Juni 2015
Brandenburger Katzen Teil 2
An Weihnachten 2013 siedelte ich drei kleine Katzen von der Elster nach Mittelhessen um.
Diese drei waren der Kater Panther, für die Inzuchtdepression seiner Herkunft verhältnismäßig groß, sowie zwei Katzen, Brandi und eine Namenlose, die wegen einem Nabelbruch leider nur wenige Wochen in Hessen überlebte.
Brandi bekam letztes Jahr 4 Junge, eine brandenburgisch-hessische Kreuzung (siehe Post vom 24.09.2014). Leider sind diese sehr scheu und werden nur unregelmäßig gesehen. Dennoch waren es seit über 10 Jahren die ersten kleinen Katzen die es wieder auf dem Hof gab. Und somit ist der Grundstein gelegt für eine Kolonie, wie in der alten Heimat von Brandi und Panther. Alle anderen Katzen in ihrer neuen Heimat waren bevor sie sich vermehren konnten der Landstraße zum Opfer gefallen.
Nun hat Brandi vor 6 Wochen erneut Junge bekommen, wiederum 4 Stück. Jedoch müssen sie nun von Hand aufgezogen werden, da auch Brandi letzte Woche leider überfahren wurde.
Diese drei waren der Kater Panther, für die Inzuchtdepression seiner Herkunft verhältnismäßig groß, sowie zwei Katzen, Brandi und eine Namenlose, die wegen einem Nabelbruch leider nur wenige Wochen in Hessen überlebte.
Brandi bekam letztes Jahr 4 Junge, eine brandenburgisch-hessische Kreuzung (siehe Post vom 24.09.2014). Leider sind diese sehr scheu und werden nur unregelmäßig gesehen. Dennoch waren es seit über 10 Jahren die ersten kleinen Katzen die es wieder auf dem Hof gab. Und somit ist der Grundstein gelegt für eine Kolonie, wie in der alten Heimat von Brandi und Panther. Alle anderen Katzen in ihrer neuen Heimat waren bevor sie sich vermehren konnten der Landstraße zum Opfer gefallen.
Nun hat Brandi vor 6 Wochen erneut Junge bekommen, wiederum 4 Stück. Jedoch müssen sie nun von Hand aufgezogen werden, da auch Brandi letzte Woche leider überfahren wurde.
Donnerstag, 4. Juni 2015
Prignitz Teil 3
Bei der Exkursion in die Prignitz konnte man im Jungviehstall der Milchviehanlage Boberow einige sehr "spezielle" Jungrinder besichtigen.
Drei etwa einjährige Wagyus. Passend mit den Namen Takeuchi, Yokohama und Okinawa.
Denn das Wagyu-Rind stammt ursprünglich aus Japan und war bis vor 20 Jahren auch wirklich nur dort anzutreffen. Seit 2006 auch in Deutschland. Es ist damit die erste Rasse, die seit der Einführung des Rasseschlüssels im Rinderpass 2002 neu dazugekommen ist und die Nummer 94 (WAG) bekam.
Absolute Besonderheit ist die Fleischqualität der Wagyus, die als beste weltweit zählt, und in der Direktvermarktung in Deutschland für spezielle Fleischteile bis zu 100 €/kg erreichen kann!
Entsprechend gibt es von einigen international tätige Zuchtunternehmen das Interesse Sperma und Embryonen von Wagyus in Deutschland zu verkaufen, und so kamen auch diese drei Jungrinder vor knapp zwei Jahren als Embryonen in die Prignitz.
Wagyus sind deutlich spätreifer, die auf dem Bild daneben stehenden Holstein-Jungrinder sind etwa gleich alt, aber nicht so stämmig. Zudem werden sie im Stall gehalten. Angesichts der Zunahmen von Wölfen in Nordwest-Brandenburg und der damit verbundenen Gefahr für die Mutterkuhhaltung ist es eh sicherer solch wertvolle Tiere im Stall zu halten und nicht auf der Weide und die Wölfe damit zu Feinschmeckern zu machen.
Drei etwa einjährige Wagyus. Passend mit den Namen Takeuchi, Yokohama und Okinawa.
Denn das Wagyu-Rind stammt ursprünglich aus Japan und war bis vor 20 Jahren auch wirklich nur dort anzutreffen. Seit 2006 auch in Deutschland. Es ist damit die erste Rasse, die seit der Einführung des Rasseschlüssels im Rinderpass 2002 neu dazugekommen ist und die Nummer 94 (WAG) bekam.
Absolute Besonderheit ist die Fleischqualität der Wagyus, die als beste weltweit zählt, und in der Direktvermarktung in Deutschland für spezielle Fleischteile bis zu 100 €/kg erreichen kann!
Entsprechend gibt es von einigen international tätige Zuchtunternehmen das Interesse Sperma und Embryonen von Wagyus in Deutschland zu verkaufen, und so kamen auch diese drei Jungrinder vor knapp zwei Jahren als Embryonen in die Prignitz.
Wagyus sind deutlich spätreifer, die auf dem Bild daneben stehenden Holstein-Jungrinder sind etwa gleich alt, aber nicht so stämmig. Zudem werden sie im Stall gehalten. Angesichts der Zunahmen von Wölfen in Nordwest-Brandenburg und der damit verbundenen Gefahr für die Mutterkuhhaltung ist es eh sicherer solch wertvolle Tiere im Stall zu halten und nicht auf der Weide und die Wölfe damit zu Feinschmeckern zu machen.
Montag, 1. Juni 2015
Prignitz Teil 2
Nach der Einweihungsfeier des Melkhauses gab es eine Rundfahrt über die einzelnen Betriebsteile der Landgenossenschaft Pröttlin.
Bei einer bewirtschafteten Fläche von fast 4.000 ha erstrecken sich diese über etliche Ortsteile der Gemeinde Karstädt.
Neben den Kühen gab es auch einiges an Technik zu sehen. Am Stützpunkt der Pflanzenproduktion konnten der Feldhäcksler, die Mähdrescher, Saat- und Pflanzenschutztechnik sowie knapp 20 Traktoren und genauso viele Anhänger begutachtet werden.
Weiter ging es zu den beiden kleinen Milchviehanlagen mit 180 und 350 Kühen, die mittelfristig nach Pinnow umziehen werden. Solide Typenställe und Technik, bei denen man aber bei einem nagelneuen Melkhaus den technischen Fortschritt gut sieht. Und in Zeiten nach der Milchquote wird wie vor 25 Jahren wieder mit der Planerfüllung gearbeitet.
Im ganzen eine achtstündige, sehr detaillierte Betriebsführung. Bin schon gespannt im nächsten Jahr das Melkkarussell in Aktion zu sehen.
Bei einer bewirtschafteten Fläche von fast 4.000 ha erstrecken sich diese über etliche Ortsteile der Gemeinde Karstädt.
Neben den Kühen gab es auch einiges an Technik zu sehen. Am Stützpunkt der Pflanzenproduktion konnten der Feldhäcksler, die Mähdrescher, Saat- und Pflanzenschutztechnik sowie knapp 20 Traktoren und genauso viele Anhänger begutachtet werden.
Weiter ging es zu den beiden kleinen Milchviehanlagen mit 180 und 350 Kühen, die mittelfristig nach Pinnow umziehen werden. Solide Typenställe und Technik, bei denen man aber bei einem nagelneuen Melkhaus den technischen Fortschritt gut sieht. Und in Zeiten nach der Milchquote wird wie vor 25 Jahren wieder mit der Planerfüllung gearbeitet.
Im ganzen eine achtstündige, sehr detaillierte Betriebsführung. Bin schon gespannt im nächsten Jahr das Melkkarussell in Aktion zu sehen.
Samstag, 30. Mai 2015
Prignitz Teil 1
Das letzte Wochenende konnte ich für eine kleine Pfingstexkursion in die Prignitz nutzen. Nach über einem Jahr bin ich so mal wieder nach Brandenburg gekommen. Aufgrund der Verkehrslage zogen sich 550 km auf ganze 7,5 h Fahrtdauer.
Grund für die Exkursion war die Einweihungsfeier des neuen Melkhauses der Milchviehanlage Pinnow der Landgenossenschaft Pröttlin eG in Karstädt, bei der mein Bruder die Milchproduktion leitet.
In den letzten Monaten ist hier ein modernes Melkzentrum mit einem 60er Außenmelker-Karussell von DeLaval (Typ RP3100HD) entstanden. Highlight ist hier der Dipp-Roboter am Karussell. Das Melkhaus umfasst zudem einen Vorwartehof für 200 Kühe, sowie ein automatisches Klauenbad und einen großzügigen Selektionsbereich, der mit 70 Fangplätzen ausgerüstet ist. Der gesamte Warte- und Selektionsbereich kann über ein Flush-System nach dem Melken "sauber-geflutet" werden.
Auf der anderen Seite des Melkkarussells sind die Technikräume, ein im Gebäude stehender 30.000 l-Milchtank und ein großer Versammlungsraum angeordnet. Die Umkleiden sind natürlich für eine Schwarz-Weiß-Trennung ausgelegt.
Nach meinen Informationen soll das Einmelken, nachdem am letzten Wochenende noch eifrig Böden beschichtet wurden, Anfang nächster Woche stattfinden.
Vom Dachgeschoss hat man einen super Blick auf das Melkkarussell, dass man selbst mit einem Weitwinkelobjektiv nicht ganz aufs Bild kriegen würde:
Grund für die Exkursion war die Einweihungsfeier des neuen Melkhauses der Milchviehanlage Pinnow der Landgenossenschaft Pröttlin eG in Karstädt, bei der mein Bruder die Milchproduktion leitet.
In den letzten Monaten ist hier ein modernes Melkzentrum mit einem 60er Außenmelker-Karussell von DeLaval (Typ RP3100HD) entstanden. Highlight ist hier der Dipp-Roboter am Karussell. Das Melkhaus umfasst zudem einen Vorwartehof für 200 Kühe, sowie ein automatisches Klauenbad und einen großzügigen Selektionsbereich, der mit 70 Fangplätzen ausgerüstet ist. Der gesamte Warte- und Selektionsbereich kann über ein Flush-System nach dem Melken "sauber-geflutet" werden.
Auf der anderen Seite des Melkkarussells sind die Technikräume, ein im Gebäude stehender 30.000 l-Milchtank und ein großer Versammlungsraum angeordnet. Die Umkleiden sind natürlich für eine Schwarz-Weiß-Trennung ausgelegt.
Nach meinen Informationen soll das Einmelken, nachdem am letzten Wochenende noch eifrig Böden beschichtet wurden, Anfang nächster Woche stattfinden.
Vom Dachgeschoss hat man einen super Blick auf das Melkkarussell, dass man selbst mit einem Weitwinkelobjektiv nicht ganz aufs Bild kriegen würde:
Montag, 25. Mai 2015
N-Sensor
Um auch mal was außerhalb des Kuhstalles zu sehen, dazu hatte ich diese Woche Gelegenheit: Als "Heimspiel" (im Versammlungsraum im Melkhaus) fand ein Thementag der Beratung im Rahmen der EU-Wasserrahmen-Richtlinie statt, "Effiziente Mineraldüngerausbringung für Gewässerschutz und Landwirtschaft". Schwerpunkt war die teilflächenspezifische Mineraldüngung.
Precision Farming ist hier in den kleinstrukturierten Gebieten im Südwesten fast noch eine Randerscheinung und geht meist nicht über satellitenunterstütze Lenkhilfen hinaus. Daher war für die meisten Zuhörer die Vorstellung des N-Sensor vermutlich Neuland. Vorgestellt wurden die Systeme N-Sensor von Yara und Crop-Sensor von Claas, dazu berichtete noch ein Betriebsleiter der im angrenzenden Landkreis Aschaffenburg in Bayern seit über 10 Jahren ein N-Sensor nutzt.
Zum praktischen Teil wurden dann drei Felder mit den beiden Systemen gestreut, ein Vorführ-Traktor von Claas (Arion 530 Cmatic) mit dem Crop-Sensor und einem hydraulisch angetriebenen Rauch Axis-Düngerstreuer, sowie der Pflegetraktor des Betriebes aus Bayern (Fendt 826 Vario; 260 PS als Pflegetraktor für 270 ha!) mit dem Yara N-Sensor II und einem fast identischen Rauch-Düngerstreuer.
Fazit: Auch auf kleinen Schlägen macht das teilflächenspezifische Arbeiten Sinn. Aber eine Vorführung eines Düngerstreuer macht nicht viel her.
Precision Farming ist hier in den kleinstrukturierten Gebieten im Südwesten fast noch eine Randerscheinung und geht meist nicht über satellitenunterstütze Lenkhilfen hinaus. Daher war für die meisten Zuhörer die Vorstellung des N-Sensor vermutlich Neuland. Vorgestellt wurden die Systeme N-Sensor von Yara und Crop-Sensor von Claas, dazu berichtete noch ein Betriebsleiter der im angrenzenden Landkreis Aschaffenburg in Bayern seit über 10 Jahren ein N-Sensor nutzt.
Zum praktischen Teil wurden dann drei Felder mit den beiden Systemen gestreut, ein Vorführ-Traktor von Claas (Arion 530 Cmatic) mit dem Crop-Sensor und einem hydraulisch angetriebenen Rauch Axis-Düngerstreuer, sowie der Pflegetraktor des Betriebes aus Bayern (Fendt 826 Vario; 260 PS als Pflegetraktor für 270 ha!) mit dem Yara N-Sensor II und einem fast identischen Rauch-Düngerstreuer.
Fazit: Auch auf kleinen Schlägen macht das teilflächenspezifische Arbeiten Sinn. Aber eine Vorführung eines Düngerstreuer macht nicht viel her.
Montag, 26. Januar 2015
Schneewandern am Westwall
Am Samstag gab es über 10 cm Neuschnee, und so ging es gestern zur Schneewanderung in die Schneifel. Also die richtige Schneifel (deutschlandweit unter Schnee-Eifel bekannt), der Höhenzug im nördlichen Eifelkreis Bitburg-Prüm, und nicht die ganze Region, die sich gerne so bezeichnet. Mit etwa 700 m Höhe ist die Schneifel das schneereichste Gebiet in Rheinland-Pfalz und auch damit das größte Skigebiet.
Auch wenn die meisten Skifahrer aus der Region zwischen Aachen und Köln kommen, sind wir mit 12 km Anfahrt eher noch Einheimische.
Trotz dem ersten richtigen Winter-Wochenende der Saison und bestem Wetter war nicht allzu viel los und die Lifte noch nicht in Betrieb.
Für uns ging es dann mit dem Schlitten durch den Wald entlang des Westwalls. Wie überall hier im Grenzgebiet zu Belgien wurde vor dem 2. Weltkrieg der Westwall gebaut, und ist heute noch an vielen Stellen durch Panzersperren und Bunkerruinen sichtbar. So auch quer über die Schneifel, wo es einen schönen "Westwall-Weg" zum Schneewandern gibt und von uns eifrig genutzt wurde, wie auf dem Bild zu sehen ist.
Auch wenn die meisten Skifahrer aus der Region zwischen Aachen und Köln kommen, sind wir mit 12 km Anfahrt eher noch Einheimische.
Trotz dem ersten richtigen Winter-Wochenende der Saison und bestem Wetter war nicht allzu viel los und die Lifte noch nicht in Betrieb.
Für uns ging es dann mit dem Schlitten durch den Wald entlang des Westwalls. Wie überall hier im Grenzgebiet zu Belgien wurde vor dem 2. Weltkrieg der Westwall gebaut, und ist heute noch an vielen Stellen durch Panzersperren und Bunkerruinen sichtbar. So auch quer über die Schneifel, wo es einen schönen "Westwall-Weg" zum Schneewandern gibt und von uns eifrig genutzt wurde, wie auf dem Bild zu sehen ist.
Donnerstag, 1. Januar 2015
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