Seit Freitag gehören wir hier auch zu den "Drenchern". Nach jahrelanger Erfahrung bin ich der Meinung das das Drenchen in einem guten Milchviehbetrieb dazugehört. Und so hatte ich dann am Mittwoch ein Drench-Besteck bestellt, dass wir das zukünftig auch machen können.
Das Drenchen ist in etwa eine Art Magensonde für Kühe die durch die Speiseröhre in den Pansen geschoben wird. Bei Verdauungsproblemen, gestörter Pansenfunktion und anderen Krankheiten kann so größere Mengen Wassers in den Pansen gepumpt werden. Dieser ist dann gefüllt und die Bakterien arbeiten wieder, das "Kraftwerk der Kuh" läuft wieder an und die Kuh kehrt zu ihren vollen Kräften zurück.
In das Wasser kann man auch noch z.B. Zucker, Hefen und andere Pansen-Stimulanzien einmischen, die der Kuh weiterhelfen.
Und wir hatten gerade eine Färsen, die kurz vor dem Kalben ist, zum trainieren. Sie hat sich am Bein weggetan und frisst deshalb zu wenig. Also hilft ihr das Drenchen.
Auf dem Foto sind meine Kollegen beim Üben, nachdem ich eine kurze Einweisung gegeben haben. Unser Drenchbesteck hat eine Handpumpe, man braucht also ordentlich Muskelkraft. Größere Betriebe haben teilweise auch Wasserpumpen, um Kräfte zu sparen, wenn man etliche Kühe nacheinander drenchen muss.
Sonntag, 26. August 2018
Samstag, 25. August 2018
Tierschutzindikatoren
Seit Ende 2015 sind alle Tierhalter verpflichtet in Eigenkontrolle sogenannte Tierschutzindikatoren zu erheben und damit die Tiergerechtheit im Stall zu beurteilen. Da es aber dazu überhaupt keine Vorgaben gibt gestaltet es sich meist etwas schwierig.
Während ich in schon Anfang 2016 in Thüringen ein eigenes System auf Basis der Forschungen der niederländischen Universität Wangeningen erarbeitete und umsetzte, gab es in Rheinland-Pfalz seitdem fast nur Diskussionen wie man die Forderungen umsetzen kann.
In der Zwischenzeit hat auch das KTBL Konzepte entwickelt, die aber für die Praxis teilweise schwer umzusetzen sind und eher wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, als für Eigenkontrollen in allen Betrieben.
Ob das System des KTBL praxistauglich ist und viel Zeitaufwand dies für die Milchviehhalter darstellt hat jetzt diese Woche der Rindergesundheitsdienst des Landesuntersuchungsamtes bei uns als Beispielbetrieb getestet. Dazu wurde eine komplette Eigenkontrolle durchgeführt und der Aufwand bewertet, insbesondere der zeitliche. Und ob sich in einem Betrieb mit Melkroboter an diesem Tag durch die lange zusätzliche Anwesenheit von Personen im Stall das Verhalten der Kühe ändert. Also ob sie weniger zum Melken gehen oder weniger Fressen.
Am deutlichsten wurde, dass der Faktor Ausweich-Distanz als Zeichen für Probleme in der Mensch-Tier-Beziehung nichts taugt, weil unsere Kühe alle ruhig sind und sich anfassen lassen. Auch sind sie so ruhig, dass sie nach leichter Aufforderung auch nicht aufstehen um das Aufstehverhalten zu bewerten.
Bewertet wurde nach verschiedenen Bewertungsbögen, sowohl klassisch auf Papier als auch mit einer App auf dem Tablet. Die erste Einschätzung ist, dass es noch einiges an Zeit braucht, bis es ein einfaches für alle Betriebe umsetzbares System gibt.
Während ich in schon Anfang 2016 in Thüringen ein eigenes System auf Basis der Forschungen der niederländischen Universität Wangeningen erarbeitete und umsetzte, gab es in Rheinland-Pfalz seitdem fast nur Diskussionen wie man die Forderungen umsetzen kann.
In der Zwischenzeit hat auch das KTBL Konzepte entwickelt, die aber für die Praxis teilweise schwer umzusetzen sind und eher wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, als für Eigenkontrollen in allen Betrieben.
Ob das System des KTBL praxistauglich ist und viel Zeitaufwand dies für die Milchviehhalter darstellt hat jetzt diese Woche der Rindergesundheitsdienst des Landesuntersuchungsamtes bei uns als Beispielbetrieb getestet. Dazu wurde eine komplette Eigenkontrolle durchgeführt und der Aufwand bewertet, insbesondere der zeitliche. Und ob sich in einem Betrieb mit Melkroboter an diesem Tag durch die lange zusätzliche Anwesenheit von Personen im Stall das Verhalten der Kühe ändert. Also ob sie weniger zum Melken gehen oder weniger Fressen.
Am deutlichsten wurde, dass der Faktor Ausweich-Distanz als Zeichen für Probleme in der Mensch-Tier-Beziehung nichts taugt, weil unsere Kühe alle ruhig sind und sich anfassen lassen. Auch sind sie so ruhig, dass sie nach leichter Aufforderung auch nicht aufstehen um das Aufstehverhalten zu bewerten.
Bewertet wurde nach verschiedenen Bewertungsbögen, sowohl klassisch auf Papier als auch mit einer App auf dem Tablet. Die erste Einschätzung ist, dass es noch einiges an Zeit braucht, bis es ein einfaches für alle Betriebe umsetzbares System gibt.
Donnerstag, 16. August 2018
Maisballen pressen
Am Dienstag fand das diesjährige Maishäckseln statt. Aufgrund der Witterung der letzten Monate war der Mais sehr früh abgereift und trocken. Daher musste nun geerntet werden.
Gehäckselt wurde mit einem Claas Jaguar 950 mit Shredlage-Cracker. Der trockene Mais war sehr locker und ließ sich im Silo nur schwer verdichten. Das Silo war für die Mengen dann zu klein und so mussten wir noch eine Miete in den Hof legen. Die Miete ging aber kaum festzuwalzen, daher wurden daraus Siloballen gepresst. So kann mit der hohen Verdichtung ein guter Gärverlauf der Silage erreicht werden und die Futterverluste sind im Vergleich zu einem frei liegenden Haufen deutlich geringer.
Eine Presse zum pressen von Maissilage-Ballen ist eine absolute Spezialmaschine und daher selten. Wir konnten jedoch einen Lohnunternehmer aus Nordhessen finden, der eine solche Presse betreibt. Die Maschine ist vom Typ Göweil LT-Master und hatte bei uns erst ihren dritten Einsatztag, davor fährt aktuell noch ein Valtra T190, der durch einen Agrotruck ersetzt werden soll.
Gestern Abend haben wir dann den Maishaufen gepresst und gleich gewickelt.
Geladen wurde mit dem Hoflader und dem kleinen Frontlader-Traktor. Diese kippen den Mais in den Annahme-Bunker, von dort geht es über ein Förderband von oben in die Presskammer. Der Ballen wird mit einigen Folienumwicklungen "gebunden" und kommt dann weiter in den eigentlichen Ballenwickler. Dieser schmeißt den fertigen Ballen auf den Boden und von dort wurden die Ballen mit dem großen Frontlader-Traktor auf den Lagerplatz gefahren.
Auch die Presse hatten mit dem trockenen Mais zu tun und presste deutlich langsamer.
Am späten Abend war dann der Maishaufen weg und stattdessen auf dem Lagerplatz ein Stapel mit Maissilage-Ballen. Auf das Ergebnis bin ich gespannt, das sehen wir dann, wenn der erste Ballen verfüttert wird.
Montag, 13. August 2018
Kuhblog 4.0
Nach fast drei Jahren Pause geht es demnächst weiter mit dem Kuhblog.
Da mein alter Arbeitgeber den Kuhblog nicht wollte und auch nichts von allen Arten an Öffentlichkeitsarbeit wissen wollte, musste ich so lange pausieren.
Neuer Ort, neue Kühe und bald der neue Kuhblog.
Version 4.0 steht in den Startlöchern.
Da mein alter Arbeitgeber den Kuhblog nicht wollte und auch nichts von allen Arten an Öffentlichkeitsarbeit wissen wollte, musste ich so lange pausieren.
Neuer Ort, neue Kühe und bald der neue Kuhblog.
Version 4.0 steht in den Startlöchern.
Abonnieren
Kommentare (Atom)