Wie immer im November in ungeraden Jahren findet in Hannover die Agritechnica statt. Ein Pflichttermin in diesem Jahr. Dieses Jahr aus Richtung Süden kommend war der Anteil der Messebesucher im IC recht hoch und eine entsprechende Stimmung
Die Messe war schon wieder gewachsen und so groß wie noch nie. Dennoch, da weder Informationen für zu beschaffende Maschinen eingeholt werden mussten, noch es große Neuigkeiten gab war der Messebesuch dieses Jahr nicht so stressig. So blieb auch mehr Zeit mit Bekannten zu erzählen und Neuigkeiten auszutauschen.
Dieses Jahr konnte man den anhaltenden Trend zu bodenschonenden Fahrwerken gut erkennen. Bei den Mähdreschern bieten eigentlich alle Hersteller inzwischen für die größeren Modelle Raupenlaufwerke auf der Vorderachse an und es gibt auch die ersten Feldhäcksler mit Raupenlaufwerken. Ansonsten werden jetzt für breite Reifen auch integrierte Reifendrucksteuerungsanlagen eingebaut, auf dem Bild ein Claas Jaguar Feldhäcksler mit 900 mm-Bereifung.
Bei manchen Aussteller ist immer ein großes Interesse, so auch bei Fendt, und als dortiges Highlight die neue 1000-Vario-Modellreihe, die schon letztes Jahr auf dem Feldtag in Wadenbrunn vorgestellt wurde. Hier macht die große Menschenmenge um den Traktor deutlich mehr her als alles andere.
Auf dem Stand von Sgariboldi lief noch das gleiche Video wie vor zwei Jahren vom Modell Gulliver 8000, in dem sowohl der Mischwagen und der Betrieb gut bekannt sind.
Sonntag, 29. November 2015
Samstag, 28. November 2015
In den Niederlanden, Teil 2
Nächste Station auf der ALL-Tour in den Niederlanden war der Betrieb Batenburg in Giethoorn (Gem. Steenwijkerland, Prov. Overijssel).
Der Betrieb der Familie Aalberts-Brandsma ist aktuell recht bekannt als Züchter des stark eingesetzten Bullen Stellando RF der niederländischen Besamungsstation CRV.
Den Betrieb kann man stellvertretend für viele stark gewachsene niederländische Milchviehhalter sehen. Nach einem Stallneubau inkl. Melkzentrum 2000 wurde bereits 2012 nochmals mit einem neuen 300er-Stall erweitert und ein neuer Melkstand gebaut. Aktuell werden 350 Kühe und 215 Stück weibliche Nachzucht gehalten. Im Futterbau werden 150 ha Grünland bewirtschaftet, sowie 50 ha Silomais in einer Betriebsgemeinschaft.
Der neue Stall ist als 6-Reiher mit seitlichen Futtertischen ausgeführt. An einer Seite ist der Melkstand mittig im Gebäude, ohne Vorwartehof, angeordnet. Dies ist ein Doppel-18-Side-by-Side von GEA mit Fütterung und Schnellaustrieb, dabei wird die gesamte Fütterungsanlage beim Auslass senkrecht nach oben gefahren. Die gesamte Technik zum Melken ist unterhalb der Standplätze installiert (Dual-Subway). Die Laufgänge im Stall sind mit emmissionsreduzierenden Spaltenboden mit Schieberanlage ausgerüstet. Auf dem Foto der Spaltenboden aus dem Melkstand gesehen:
Auf der anderen Seite des Stalles wird direkt aus dem Güllekeller Gülle mit einem Separator für die Einstreugewinnung separiert. Die Niederländer nennen das Verfahren mit Seperateinstreu "Green Bedding". Das Seperat mit knapp 30 % Trockenmasse wird einmal wöchentlich dünn eingestreut.
Im Stall fiel besonders die Heterogenität der Kühe auf: Hier zeigten sich die beiden Zuchtphilosophien. Zum einen der Einsatz der modernen genomischen Jungbullen, um jährlich zwei Bullen an Besamungsstationen verkaufen zu können und zum anderen das eigene Zuchtziel einer "nachhaltigen" Kuh: "Eine 100.000 kg-Bullenmutter". Für die Besamung werden aktuell 30 % Weiß-Blaue-Belgier eingesetzt, daneben noch zu 30 % eigene Deckbullen. Seit über 25 Jahren wird auch hier das Triple-A-System zur Anpaarung genutzt. Bis jetzt hat der Betrieb 18 100.000 kg-Kühe hervorgebracht, davon erreichten auch 4 die 10 t Inhaltsstoffe!
Die Milchleistung liegt bei knapp über 9.600 kg mit sehr hohen Inhaltsstoffen (772 kg FEK).
Im ganzen ein interessanter innovativer Betrieb, der für mich mal wieder zeigte das bei den Niederländern Forschung und Praxis eng verzahnt sind und der Fortschritt schnell umgesetzt wird.
Der Betrieb der Familie Aalberts-Brandsma ist aktuell recht bekannt als Züchter des stark eingesetzten Bullen Stellando RF der niederländischen Besamungsstation CRV.
Den Betrieb kann man stellvertretend für viele stark gewachsene niederländische Milchviehhalter sehen. Nach einem Stallneubau inkl. Melkzentrum 2000 wurde bereits 2012 nochmals mit einem neuen 300er-Stall erweitert und ein neuer Melkstand gebaut. Aktuell werden 350 Kühe und 215 Stück weibliche Nachzucht gehalten. Im Futterbau werden 150 ha Grünland bewirtschaftet, sowie 50 ha Silomais in einer Betriebsgemeinschaft.
Der neue Stall ist als 6-Reiher mit seitlichen Futtertischen ausgeführt. An einer Seite ist der Melkstand mittig im Gebäude, ohne Vorwartehof, angeordnet. Dies ist ein Doppel-18-Side-by-Side von GEA mit Fütterung und Schnellaustrieb, dabei wird die gesamte Fütterungsanlage beim Auslass senkrecht nach oben gefahren. Die gesamte Technik zum Melken ist unterhalb der Standplätze installiert (Dual-Subway). Die Laufgänge im Stall sind mit emmissionsreduzierenden Spaltenboden mit Schieberanlage ausgerüstet. Auf dem Foto der Spaltenboden aus dem Melkstand gesehen:
Auf der anderen Seite des Stalles wird direkt aus dem Güllekeller Gülle mit einem Separator für die Einstreugewinnung separiert. Die Niederländer nennen das Verfahren mit Seperateinstreu "Green Bedding". Das Seperat mit knapp 30 % Trockenmasse wird einmal wöchentlich dünn eingestreut.
Im Stall fiel besonders die Heterogenität der Kühe auf: Hier zeigten sich die beiden Zuchtphilosophien. Zum einen der Einsatz der modernen genomischen Jungbullen, um jährlich zwei Bullen an Besamungsstationen verkaufen zu können und zum anderen das eigene Zuchtziel einer "nachhaltigen" Kuh: "Eine 100.000 kg-Bullenmutter". Für die Besamung werden aktuell 30 % Weiß-Blaue-Belgier eingesetzt, daneben noch zu 30 % eigene Deckbullen. Seit über 25 Jahren wird auch hier das Triple-A-System zur Anpaarung genutzt. Bis jetzt hat der Betrieb 18 100.000 kg-Kühe hervorgebracht, davon erreichten auch 4 die 10 t Inhaltsstoffe!
Die Milchleistung liegt bei knapp über 9.600 kg mit sehr hohen Inhaltsstoffen (772 kg FEK).
Im ganzen ein interessanter innovativer Betrieb, der für mich mal wieder zeigte das bei den Niederländern Forschung und Praxis eng verzahnt sind und der Fortschritt schnell umgesetzt wird.
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