Samstag, 28. Juni 2014

Tagesalarmstärke: 3

Schon wieder ein Artikel über die Feuerwehr und nicht über die Kühe: am Donnerstag gab es hier in der Eifel meinen ersten Feuerwehr-Einsatz und zeigte dann doch die speziellen Gegebenheiten vor Ort.
Funkmeldeempfänger gibt es hier nur in sehr begrenzter Anzahl und die Alarmierung erfolgt über moderne elektronische Sirenen, eine Alarmierung per SMS ist im Aufbau. Bloß, wenn ich auf dem Hoflader sitze, höre ich die Sirene in über 1 km Entfernung und etwa 70 m tiefer im Tal nicht. Aber ich wurde per WhatsApp informiert.
Dann mit dem Fahrrad 1,5 km zur Feuerwehr dachte ich schon, dass ich zu spät käme. Bloß rückten wir dann mit 3 Leuten aus zu einem Verkehrsunfall auf der B421 Richtung Kronenburg.
Außerdem waren noch die Feuerwehren aus Stadtkyll, Jünkerath und, da der Unfall nur wenige Meter von der Landesgrenze weg war, auch aus Kronenburg und Berk (beide in NRW) im Einsatz. Zusätzlich zum Rettungsdienst  kam auch noch der Rettungshubschauber Luxembourg Air Rescue 2 (LX-HRC) aus dem 60 km entfernten Ettelbrück.
Und selbst bei der Polizei hier ist die Personaldecke so dünn, dass die Verkehrssicherung auf einer Bundesstraße von der Feuerwehr übernommen werden muss.
Da unser Maschinist noch an der Einsatzstelle war, wurde das TLF vom Wehrleiter zum Feuerwehrgerätehaus zurückgefahren. Nicht nur Feuerwehrleute tagsüber sind Mangelware sondern erst recht Fahrer.

Kälberdorf voll

Das Kälberdorf ist aktuell randvoll. In den letzten 14 Tagen gab es 30 Abkalbungen, davon alleine 8 Kälber am letzten Wochenende.
So waren schon fünf Kälber da, für die keine Ohrmarken vorhanden waren, weil in der Lieferzeit von 5 Tagen für die neue Serie 15 Kälber auf die Welt gekommen waren und nur noch 10 Ohrmarken der alten Serie vorhanden waren.
Am Montag werden 4 Bullenkälber verkauft und es müssen die nächsten 4 Kälber an den Tränkeautomat umgestallt werden, dass es wieder etwas Platz gibt.

In Thüringen Teil 2

Beim zweiten Teil der Thüringen-Exkursion stand die Erzeuger- und Handels-AG Lamproma Schlossvippach auf dem Programm.
Diese betreibt am Hauptstandort in Schlossvippach eine 700er Milchviehanlage mit Nachzucht, den Pflanzenbau mit 3.000 ha (inkl. 3 Challenger MT) sowie eine Trockenfermentations-Biogasanlage.
Vor zwei Jahren wurde im Ortsteil Dielsdorf neben einer weiteren Biogasanlage begonnen eine 800er MVA zu bauen. Besonders dabei ist, dass es die erste kommerzielle, und auch größte Anlage ist, die mit einem automatischen Melkkarussell arbeitet (DeLaval AMR).
Aktuell werden etwa 470 Kühe gemolken, davon die erste Gruppe im zweiten Stall, der noch nicht vollständig fertig ist. Bis Ende September soll die Anlage mit 800 Kühen voll in Betrieb sein.
Neben dem AMR, das aktuell ja noch sehr selten und eine echte Innovation ist, hat auch der gesamte Stall beeindruckt. Insbesondere durch die praxisnahen Details, an denen man gesehen hat, dass sie vom Betrieb geplant wurden und nicht vom Architekt.
Auch der ans Melkhaus angegliederte Reprostall fand ich sehr gelungen, 6 kleine Gruppen- und 14 Einzelbuchten, dazu eine großzügige Selektion und ein separater 1x 8 Side-by-Side-Melkstand. Auch wenn der Repro-Stall vermutlich nicht genutzt werden wird, da die Abkalbungen und Trockensteher zentral am Hauptstandort in Schlossvippach belieben wird.
Auf dem Bild ist das AMR bei abendlichen Melken vom Versammlungsraum im Obergeschoss des Melkhauses aus zu sehen.

Montag, 23. Juni 2014

Der Fuchs

Wenn einen neue Milchviehanlage auf dem Berg in über einem Kilometer Entfernung zum Ort und alten Stall gebaut wird hat man keine Katzen im Stall. Und wenn man keine 25-köpfige "Schadnagerbekämpfungs-Brigade", wie manche 1930er-Anlagen in Südwest-Brandenburg hat, wird ein kleiner Teil des Mäuse-Fangens durch Füchse übernommen.
Diese gibt es hier massig, sieht man am helligsten Tag über die umliegenden Wiesen laufen. Da es um die Anlage keinen Zaun gibt, im Gegensatz zu 50 cm zusätzlichen Asbest-Platten unterhalb von Zäunen zu DDR-Zeiten, dass der Fuchs sich nicht reingraben kann, hat er hier freien Zugang. Und da es auch kein Kadaverhaus gibt, sondern nur eine Silofolie zum Abdecken macht er regen Gebrauch davon.
So war es auch vor einigen Wochen, als ich mein freies Wochenende hatte: am späten Freitag Abend gab es eine Totgeburt, die vergessen wurde abzudecken. Montag morgens musste ich nicht mehr bei der Tierkörperbeiseitigung anrufen, da die Füchse die Entsorgung schon übernommen hatten.
Genauso lag gestern eine abgedeckte Totgeburt auf dem Platz hinter dem Stall. Und da ich am Wochenende als beim abendlichen Melken die Kühe ins Melkhaus hole, sehe ich, wie gerade ein Fuchs gelaufen kommt. Direkt auf den Misthaufen hinter dem Stall zu, und hat sich dort erst einmal erleichtert.
Als ich in etwa 15 m Entfernung mein Handy rausgeholt habe um das folgende Foto zu machen, hat er sich dann doch etwas gestört gefühlt.

Sonntag, 22. Juni 2014

In Thüringen Teil 1

Diese Woche stand eine Fortbildung auf dem Programm. Eine Exkursion nach Thüringen mit dem AK Automatisches Melken des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH).
Als erstes wurde der Landwirtschaftsbetrieb Böttcher in Langenwetzendorf besichtigt. Dieser Wiedereinrichter-Betrieb bewirtschaftet 180 ha und hat im letzten Jahr einen neuen Stall mit vier AMS von Lely (Astronaut A4) für 250 gebaut.
Der Stall wurde vom Lely-Center als Generalunternehmen gebaut, dabei sind einige interessante Details verwirklicht worden.
Dazu zählt u.a. eine automatische Einstreuanlage für die Hochboxen, Futterbeischiebe-Roboter, integrierte Klauenbäder in den Übergängen im Stall, zwei Selektionsbereichen mit Klauen-/Behandlungsstand, sowie Vorwartehöfe mit automatischen, elektrischen Hubtoren. Besonders diese Hubtore reduzieren den Arbeitsaufwand beim Nachtreiben von Kühen enorm. Sie können per Fernbedienung geöffnet und geschlossen werden bzw. sind an den Roboter gekoppelt, der diese nach den entsprechenden Kühen wieder öffnet. Dadurch wieder die Arbeitszeit beim freien Kuhverkehr deutlich reduziert und dabei keinerlei Nachteile des gelenkten Kuhverkehrs in Kauf nehmen zu müssen.
Der Stall mit mittigem Futtertisch ist in 4 identische Gruppen unterteilt, diesem umfassen jeweils 57 Liegeboxen, sowie 4 Liegeboxen im Vorwartehof und 3 in der Selektion. Strohbereiche sind nicht vorhanden, die Trockensteher, Transit und Abkalbegruppen sind im alten Stall untergebracht.
Die Hessen waren begeistert von dem absolut gut geplanten Stall und den Details. Dazu kamen für westdeutsche Verhältnisse günstige Stallplatzkosten bei maximaler Ausstattung. Die regionale Betriebsdichte mit vielen Wiedereinrichtern und Agrargenossenschaften, dazu noch ordentlich Biogas und Holländer sorgte für bekannt wuchernde Pachtpreise ähnlich wie im Westen.

Samstag, 21. Juni 2014

Feuerwehr Kronenburg

Gestern Abend stand die Gemeinschaftsübung mit der Feuerwehr Kronenburg auf dem Ausbildungsplan. Da Kronenburg zur Gemeinde Dahlem (Kreis Euskirchen) in NRW gehört, finden faktisch keine gemeinsamen Übungen statt und gemeinsame Einsätze beschränken sich auf das Gebiet um die Landesgrenze.
Das Thema der Übung war die Besichtigung der örtlichen Gegebenheiten in Kronenburg. Kronenburg hat etwas weniger Einwohner als Hallschlag (450) und wird durch die B421 in zwei Teile geteilt, dass an der Kyll im Tal gelegene Kronenburgerhütte und das auf dem Berg 60 m höher gelegen alte Kronenburg um die Burgruine.
Diese spätmittelalterliche Vorburg mit extrem dichter Bebauung und nur mit Pkw befahrbar stellt einen der Einsatzbesonderheiten da, dazu kommt der 30 ha große Kyll-Stausee (Kronenburger See) mit weitläufigen Freizeitanlagen und eine große Ferienhaussiedlung. Um den Ort erstrecken sich weite Wälder, die im Gegensatz zu Brandenburg nicht wirklich waldbrandgefährdet sind. Zudem besteht die Zuständigkeit für die B421 (auf den 5 km gab es in den letzten 50 Jahren nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 25 Verkehrstote) und 12 km Richtungsfahrbahn der B51/E29 (Schnellstraße zwischen A60 Prüm und A1 Blankenheim).
Entsprechend fällt die Ausstattung der Feuerwehr aus: 2 Fahrzeuge und 3 Gerätehäuser. Das Hauptgerätehaus im Tal ist das eigentliche Gerätehaus mit einem TLF 16/25 mit technischer Hilfe-Ausrüstung sowie ein als MZF bezeichnetes Side-by-Side-ATV (Polaris Ranger 800). Mit diesem Fahrzeug kann sowohl die Burg befahren werden, als auch der Uferbereich des Sees und der Wald. Das zweite Gerätehaus befindet sich am See und dient als Stützpunkt für die Ölsperren, das Rettungsboot und das Eisrettungsboot. Das dritte Gerätehaus befindet sich innerhalb der Burganlage und ist eine Garage für den vom Quad gezogenen TS-Anhänger mit Tragenhalterung für Verletztentransport, da auch der Rettungsdienst nicht in die Burg fahren kann.
Nach dem theoretischen Teil der Übung wurden die einzelnen Objekte abgefahren.
Besonders das Quad war interessant. Nach der Mitfahrt durchs Ort das Fazit: stark motorisiert, extrem wendig und spurtstark. Ob es aber wirklich die Wand hochfahren kann wurde nicht getestet.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Grillen

Da heute in Rheinland-Pfalz Feiertag ist, gab es gestern Abend das Betriebs-Grillfest.
Neben den Mitarbeiter und ihren Familien waren auch die (ehemaligen) Aushilfsmelker dabei, also ordentlich viele Leute.
Bis letzten Sommer wurde dreimal täglich gemolken. Das erste und zweite Melken morgens und mittags von den Melkern und das dritte abends von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Aushilfsmelker. Von diesen melkt heute noch Dreier-Team als Wochenend-Vertretung für die Melker, die frei haben.
Und natürlich wurde auf dem Rasen zwischen Stall und Melkhaus gegrillt, mit Blick auf die Kühe.
Wie lange es noch ging kann ich nicht sagen, da alle Mitarbeiter vor Mitternacht heimwärts sind, da es für diese ja um 5 Uhr heute morgen wieder im Stall weiter ging.

Sonntag, 15. Juni 2014

Hitze und Gewitter

Das letzte Wochenende, Pfingsten, war auch hier in der Vulkaneifel recht warm. Wenn auch mit maximal 27 °C um einiges kühler als in den meisten anderen Regionen Deutschlands.
Am Montagabend kam es aber dann zu einem starken Gewitter, dass nördlicher als heftiges Unwetter das halbe Ruhrgebiet verwüstete.
Hatten wir morgens mit ersten Anzeichen von Hitzestress zu tun, die Futteraufnahme ging zurück und die Außenfuttertische wurden kaum noch genutzt ging es abends zum Ende des Melkens richtig rund.
Aus Westen, von Belgien her, zog eine richtig schwarze Wolkenfront auf, wie man sie selten sieht, und es wurde so dunkel, dass kurz vor 20 Uhr die automatische Lichtsteuerung im Stall die Lampen einschaltete. Dazu gab es einen auffrischenden Wind.
Kurz bevor es losging wurden noch schnelle die Kühe in den Stall geholt, die Tore geschlossen und das Futter von den Außenfuttertischen in den Stall geschoben. Folgend gab es dann einen heftigen Wolkenbruch. Durch das Trapezblech-Dach des Stalles kommt es dabei zu einer extremen Lärmentwicklung durch den Regen, der aufs Dach prasselt.

Samstag, 7. Juni 2014

Planwagen

Traditionell findet die Hallschlager Kirmes über das verlängerte Wochenende von Christi-Himmelfahrt statt, ist also nicht Datumsgebunden und damit diese Jahr recht spät.
Faktischer Haupttag ist der Donnerstag mit dem Vatertagstreffen. Da scheinbar in Hallschlag in der Gegend als einziges was los ist gibt es fast schon einen Ansturm aus den angrenzenden nördliche Orten in Nordrhein-Westfalen (Kreis Euskirchen).
Diese komme standesgemäß mit einem älteren Traktor mit angehängtem Planwagen.
Bei manchen reicht es nicht für einen Planwagen sondern nur für einen alten Ladewagen mit einer Plane drüber, siehe Bild.