Dienstag, 7. Oktober 2014

Herbstweide

Ein Teil der Trockensteher ist vor zwei Woche auf die ehemalige Rinder-Weide gekommen. Diese sieben Mädels stehen etwas länger trocken und durften nun raus, um etwas Platz im Stall zu schaffen.
Da mitten durch die Weide ein Bach läuft und auch ein Unterstand vorhanden ist können sie noch bis zum ersten Schnee im November dort bleiben.
Auf dem Foto schaut man aus etwa 500 m Entfernung über das Taubkyll-Tal auf die Weide, die etwa ein kleines 400 m langes Nebental von 3 ha Wiesen zwischen dem Wald ist.

Sonntag, 28. September 2014

Zwei kleine Silos

Diese Woche wurde zweimal "Silo gemacht". Jedoch beides mal im eher kleinen Maßstab.
Zuerst wurde am Dienstag der erste Mais gehäckselt. So früh wie selten und zudem so reif, wie es in hier in der hohen Vulkaneifel kaum vorkommt. Die 7,5 ha ergaben bei etwa einem ha Wildschaden ca. 280 t, und waren mit zwei abfahrenden Traktoren in knapp 4 Stunden gehäckselt.
Bevor das Silo mit den restlichen Reifen abgedeckt war wurde am Donnerstag morgen das nächste kleine Silo gemacht: Die ersten Pressschnitzel dieses Jahres.
Da die Rübenverarbeitung in Euskirchen erst seit kurzer Zeit läuft und alle Pressschnitzel wollen, gibt es nur häppchenweise kleine Lieferung. Davon die erst am Donnerstag, eine Lkw-Ladung.
In der Trockenmasse hat man scheinbar die Konkurrenz aus Offstein nördlich der Mosel zu spüren bekommen und noch etwas zugelegt. So haben wir über 29 % Trockenmasse gemessen, auf den Sattelauflieger hatten da auch nur knapp über 26 t gepasst
Auf dem Bild wird der kleine Haufen Pressschnitzel mit dem Hoflader zurechtgeschoben um ihn anschließend zu verdichten.

Thuringia Open

Hauptprogrammpunkt am letzten Wochenende war die Thuringia-Open-Schau in Erfurt.
Im Vorfeld zur Thuringia Holstein Open fand die Thuringia Jersey Open zum "Aufwärmen" statt. Diese konnte auf Grund der Uhrzeit noch etliche Messebesucher auf die Tribünen locken und hatte fast so viele Zuschauer wie die folgende Holsteinschau. Für eine so Rasse mit so wenigen Herdbuch-Kühen wie den Jerseys war die Anzahl der aufgetriebenen Tiere beachtlich.
Anschließend kam dann die richtige Schau mit den Holsteins. Als deutschlandweit offene Show war neben den natürlich stark vertretenen Thüringern auch etliche Tiere aus Hessen (hier merkt man auch die Zusammenarbeit auf Verbandsebene zwischen dem LTR und der ZBH) dabei, so wie die üblichen Verdächtigen aus den neuen westliche Teilen des Masterrind-Gebietes.
Die Anzahl der Tiere war nicht sonderlich groß wie in den letzten Jahren, dafür wurde der Zeitplan aber eingehalten. Auch weil es z.B. bei der mittleren Klasse nur eine Ring gab.
Die Qualität konnte sich auf jeden Fall sehen lassen, auch weil auf eine offene Schau mit ihren Startgebühren natürlich nur die besten Kühe auf dem jeweiligen Stall mit dürfen. Gegenüber den Verbandsschauen mit ihren Vorauswahlen eine mal etwas andere Zusammenstellung der gezeigten Kühe.
Anschließend fand noch erstmalige eine Sonder-Auktion statt, die Thuringia Auction Time, wobei ich mich dann schon auf den Rückweg gemacht hatte.

Donnerstag, 25. September 2014

Grüne Tage Thüringen

Wenn man mal in Thüringen ist, muss das ja einen Grund haben:
Die Grüne Tage in Erfurt standen auf dem Programm. Besonders in Kombination mit der Schau "Thuringa Open" lohnte sich der Besuch.
Die Messe hat die schwierige Aufgabe einen guten Mittelweg zwischen Fachmesse und Verbraucher-Wochenend-Ausflug zu finden. Das ist aber sehr gut gelungen. Besonders, dass man als Fachbesucher recht gut den Verbraucher-Teil der Messe weglassen kann. Die separaten Hallen mit den Schauringen, den Messeständen für die Tierproduktion und das Maschinen-Freigelände sorgten hier schon für die räumliche Trennung.
Kaum ist man wieder mal in Ostdeutschland, trifft man etliche ehemalige Studienkollegen, Kollegen und Geschäftspartner, da ist die Welt doch recht klein und für ordentlich Gesprächsstoff war auch gesorgt.
Fazit: Solch eine Messe kriegt keiner im (Süd)Westen hin.
Auf dem Bild ist zu sehen, dass auf dem Maschinen-Freigelände natürlich für Thüringen entsprechende Maschinen gezeigt wurden:

Mittwoch, 24. September 2014

ALL-Züchtertreff

Am letzten Freitag hatte es mich mal wieder nach Thüringen verschlagen.
Am Vorabend der "Thuriniga Open"-Schau fand in kleinerer Rund der Züchtertreff der Arbeitsgemeinschaft LebensLinien (ALL) statt.
In gemütlicher Atmosphäre wurde über den aktuellen Stand der genomischen Zuchtwertschätzung und der sich immer stärker anbahnden Problematik der stark verengten Blutlinien bei den aktuellsten Generation der Holstein-Jungbullen diskutiert. Daneben kam die Sprache auch auf die Akzeptanz der "Zucht-Werkzeuge" ALL-Zuchtwert-Ampel und ALL-Outcross-Ampel auf der Homepage, zu denen es nichts Vergleichbares gibt.
Mehr Infos zu den ALL-Logobullen, der Outcross und Zuchtwert-Ampel gibt es unter www.all-rind.de
Am 11.10.2014 findet für alle Intressierten der nächste ALL-Züchtertag auf dem Betrieb Derboven in Warpe statt. Neben einer Betriebsbesichtigung wird es als Programm-Highlight ein Milchvieh-Fütterung-Seminar vom niederländischen Tierarzt Nico Vreeburg von Vetvice ("Kuh-Signale") geben.
Auch wenn ich leider nicht dabei bin wünsche ich allen viel Spaß!

Brandenburger Katzen

Im letzten Dezember siedelte ich drei kleine Katzen von der Elster nach Mittelhessen um.
Von diesen drei sind noch zwei ihrem neuen Kuhstall treu geblieben, auch wenn sie nicht im 3-Schichtsystem gefüttert und gestreichelt werden: Panther und seine Schwester Brandi.
Besonders groß sind die beiden nicht geworden, hier merkt man doch die Auswirkungen der Inzucht auf der etwas abgelegenen Milchviehanlage in Brandenburg.
Dafür haben sie es geschafft, was die einheimischen Katzen in Hessen nicht hinbekommen: Sich von der Landstraße fernzuhalten. Da wirken noch die frühsten Tage nach, dass man die Milchquelle nie wirklich verlässt.
Und Brandi hat es auch direkt geschafft, was es jahrelang nicht gab: junge Katzen. Seit Juli hat sie nun vier Junge, drei kleine Kater und ein Mädchen. Von der Fellfarbe zu urteilen eine brandenburgisch-hessische Kreuzung.

Fachschule

Wenn man direkt nach dem Abitur studiert hat, hatte man eigentlich nie einen Bezug zur Fachschule.
So war das auch bei mir, bis vor zwei Wochen. Bloß kam ich nicht als Schüler zur Fachschule, sondern für einen Vortrag.
Nachdem die angehenden Techniker der Fachschule Bitburg vor zwei Wochen im Rahmen des Wahlpflichtmoduls Herdenmanagements hier eine Betriebsführung mitgemacht hatten hielt ich am darauffolgenden Tag in Bitburg in der Schule einen Vortrag.
Inhaltlicher Schwerpunkt hatte ich auf Arbeitsorganisation und Mitarbeiterführung in großen Milchviehanlagen festgelegt. Themen, mit denen die meisten Schüler, die oft vom eigenen oder elterlichen Betrieb aus Rheinland-Pfalz kommen und ohne angestellte Mitarbeiter arbeiten, bis dahin nicht wirklich in Berührung kamen.
Entsprechend gab es, auch am Ende eines langen Unterrichtstages, noch viele Fragen und eine angeregte Diskussion. Für viele in Rheinland-Pfalz sind die Dimensionen der Landwirtschaft in Ostdeutschland halt immer noch kaum vorstellbar.
Und auch ich habe Neues gelernt: Wenn man Begeisterung in einem Fachvortrag vermitteln kann, läuft der Rest von alleine.

Montag, 22. September 2014

Fernsehen

In der SWR Landesschau wird täglich in der Rubrik "Hierzuland" irgendeine Straße aus irgendeinem Ort in Rheinland-Pfalz vorgestellt.
In nächster Zeit soll es auch einen Beitrag über die Trierer Straße in Hallschlag geben.
Auch wenn die Milchviehanlage sich nicht in der Trierer Straße befindet, sondern über einen Kilometer entfernt, konnte dies das Fernsehteam nicht davon abhalten im Stall zu drehen.
Hauptaufnahme sollte ein Blick im Stall von oben herab auf die Kühe sein. Dazu wurden gleich Ideen geliefert, dass man mit dem Teleskoplader über den Futtertisch fährt und langsam den Arm senkt.
Aber neben dem zielsicheren Auftreten und absoluter Selbstüberzeugung der Fernsehleute kam dann doch zum Vorschein, dass die alle eine solche Höhenangst haben und sich niemand auf 5 m Höhe traut. Also musste der Tontechniker, doppelt gesichert natürlich, vom Teleskoplader aus filmen.
Natürlich wurde noch das Melken gefilmt, wie schon öfter. Scheinbar stellt das Melken den absoluten Höhepunkt eines jeden Beitrags über Kühe dar.

Nilgänse

Dass Nilgänse zu den erfolgreichsten Neozoen gehört merke ich jetzt auch, da sie es bis in die Vulkaneifel geschafft haben.
Seit knapp zwei Wochen treiben sich nun hier 5 Nilgänse auf der Milchviehanlage herum. Ihr Aktionsradius ist dabei recht eng und reicht vom Misthaufen am Stall bis zum Siloreste-Lager an der Bergescheune. Futter gibt es da ja entsprechend genug, und so wird auch nicht direkt an den Silos gefressen oder die Wiesen befallen.
Bis jetzt ist es bei 5 Gänsen geblieben, wie lange es dauert bis die ganze Kolonie einfällt ist noch nicht abzusehen.
Zumindest wurden die bisherigen Gänse von einem Teil der Kollegen schon für zum braten aufgeteilt.

Samstag, 12. Juli 2014

Drive In

Nach den ersten 100 Kühen war für die Klauenschneider der Gruppen-Wechsel fällig. Und bevor die Stände abgebaut und auf der anderen Seite des Futtertisches in die nächste Gruppe kamen wurde erst ein mal Mittagspause gemacht.
Um für eine ordentliche Stärkung zu sorgen für die nächsten 100 Kühe, holte ich dann schnell noch zwei Currywürste bei der Pommesbude auf der anderen Seite des Dorfes. Wegen dem strömenden Regen bin ich dann nicht mit dem Fahrrad gefahren sondern mit dem Traktor.
Drive In nach Vulkaneifel-Art:

Herdenschnitt

Diese Woche, am Mittwoch und Donnerstag, stand auch der zweite diesjährige Klauenschnitt der gesamten Herde an.
Dazu rückten am Mittwoch Morgen die Klauenschneider aus den Niederlanden an. Zwei Mann mit je einem High-End hydraulischen Klauenstand von Wopa.
Die Klauenstände wurden leicht versetzt hintereinander an der Stirnseite des Stalles im Fressgang der jeweiligen Gruppe aufgebaut. Am letzten Übertrieb wurde durch Gitter, mit Stricken zusammengeknotet der Zutrieb aufgebaut, die Kühe warteten im hinteren Laufgang und durften dann nach dem Schnitt wieder ans Futter. Zugetrieben wurde dann von zwei Personen.
Durch den Dauerregen und Nordwest-Wind der das ganze Wasser über die Schieberbahn in den Stall drückte standen die Klauenstände im Wasser, mit vorrückender Stunde dann eher Gülle.
Besonders bei den letzten Kühen, die sich, wie immer, über Stunden irgendwo hinten verdrücken konnten, und nicht wirklich Lust hatten, die Klauen geschnitten zu bekommen, artete dass dann eher in eine Schlacht in der Güllelagune aus.

Brunstbeobachtung klassisch

Am Montag wurde am Herdenmanagement-Programm ein Software-Update gemacht. Da dabei auch eine neue Datenbank konfiguriert wurde waren keine Aktivitätsdaten der Brunsterkennung mehr vorhanden.
Bis diese dann wieder brünstige Kühe finden konnte, musste der Computer erst einmal zwei Tage Daten sammeln um wieder Muster erkennen zu können.
In der Zeit musste entsprechend auf die Hilfe der Technik verzichtet werden und alles klassisch per Auge gefunden werden. Dabei zeigte sich, dass die Technik doch als nur unterstützt, und etwas Arbeit abnimmt, aber nicht das alleinige Mittel ist.
Aber mir wurde es ja auch leicht gemacht, wie z.B. diese beiden Mädels, die ja unbedingt gesehen werden wollen, und mir sogar eine Chance geben, vom Reprostall in den Stall zu laufen und dann auch noch ein Foto machen zu können. Das ist Ausdauer:

Dauerregen

Diese Woche gab es ordentlichen Dauerregen. Von Sonntag Abend bis Donnerstag Nacht über 100 l/m². Irgendwo muss ja der ganze Regen im Mittelgebirge auch herkommen.
Angefangen mit einem heftigen Gewitter mit Wolkenbruch am Sonntag Abend gab es am Dienstag und Mittwoch Dauerregen mit 75 l in 48 h.
Folgen waren überall Pfützen und durchgeweichter Boden. Dazu kommen die Hanglagen, die im Mittelgebirge dann die Wassererosion begünstigen, und so kommt einem dann auf dem Zufahrtsweg der Berg "entgegen":

Samstag, 28. Juni 2014

Tagesalarmstärke: 3

Schon wieder ein Artikel über die Feuerwehr und nicht über die Kühe: am Donnerstag gab es hier in der Eifel meinen ersten Feuerwehr-Einsatz und zeigte dann doch die speziellen Gegebenheiten vor Ort.
Funkmeldeempfänger gibt es hier nur in sehr begrenzter Anzahl und die Alarmierung erfolgt über moderne elektronische Sirenen, eine Alarmierung per SMS ist im Aufbau. Bloß, wenn ich auf dem Hoflader sitze, höre ich die Sirene in über 1 km Entfernung und etwa 70 m tiefer im Tal nicht. Aber ich wurde per WhatsApp informiert.
Dann mit dem Fahrrad 1,5 km zur Feuerwehr dachte ich schon, dass ich zu spät käme. Bloß rückten wir dann mit 3 Leuten aus zu einem Verkehrsunfall auf der B421 Richtung Kronenburg.
Außerdem waren noch die Feuerwehren aus Stadtkyll, Jünkerath und, da der Unfall nur wenige Meter von der Landesgrenze weg war, auch aus Kronenburg und Berk (beide in NRW) im Einsatz. Zusätzlich zum Rettungsdienst  kam auch noch der Rettungshubschauber Luxembourg Air Rescue 2 (LX-HRC) aus dem 60 km entfernten Ettelbrück.
Und selbst bei der Polizei hier ist die Personaldecke so dünn, dass die Verkehrssicherung auf einer Bundesstraße von der Feuerwehr übernommen werden muss.
Da unser Maschinist noch an der Einsatzstelle war, wurde das TLF vom Wehrleiter zum Feuerwehrgerätehaus zurückgefahren. Nicht nur Feuerwehrleute tagsüber sind Mangelware sondern erst recht Fahrer.

Kälberdorf voll

Das Kälberdorf ist aktuell randvoll. In den letzten 14 Tagen gab es 30 Abkalbungen, davon alleine 8 Kälber am letzten Wochenende.
So waren schon fünf Kälber da, für die keine Ohrmarken vorhanden waren, weil in der Lieferzeit von 5 Tagen für die neue Serie 15 Kälber auf die Welt gekommen waren und nur noch 10 Ohrmarken der alten Serie vorhanden waren.
Am Montag werden 4 Bullenkälber verkauft und es müssen die nächsten 4 Kälber an den Tränkeautomat umgestallt werden, dass es wieder etwas Platz gibt.

In Thüringen Teil 2

Beim zweiten Teil der Thüringen-Exkursion stand die Erzeuger- und Handels-AG Lamproma Schlossvippach auf dem Programm.
Diese betreibt am Hauptstandort in Schlossvippach eine 700er Milchviehanlage mit Nachzucht, den Pflanzenbau mit 3.000 ha (inkl. 3 Challenger MT) sowie eine Trockenfermentations-Biogasanlage.
Vor zwei Jahren wurde im Ortsteil Dielsdorf neben einer weiteren Biogasanlage begonnen eine 800er MVA zu bauen. Besonders dabei ist, dass es die erste kommerzielle, und auch größte Anlage ist, die mit einem automatischen Melkkarussell arbeitet (DeLaval AMR).
Aktuell werden etwa 470 Kühe gemolken, davon die erste Gruppe im zweiten Stall, der noch nicht vollständig fertig ist. Bis Ende September soll die Anlage mit 800 Kühen voll in Betrieb sein.
Neben dem AMR, das aktuell ja noch sehr selten und eine echte Innovation ist, hat auch der gesamte Stall beeindruckt. Insbesondere durch die praxisnahen Details, an denen man gesehen hat, dass sie vom Betrieb geplant wurden und nicht vom Architekt.
Auch der ans Melkhaus angegliederte Reprostall fand ich sehr gelungen, 6 kleine Gruppen- und 14 Einzelbuchten, dazu eine großzügige Selektion und ein separater 1x 8 Side-by-Side-Melkstand. Auch wenn der Repro-Stall vermutlich nicht genutzt werden wird, da die Abkalbungen und Trockensteher zentral am Hauptstandort in Schlossvippach belieben wird.
Auf dem Bild ist das AMR bei abendlichen Melken vom Versammlungsraum im Obergeschoss des Melkhauses aus zu sehen.

Montag, 23. Juni 2014

Der Fuchs

Wenn einen neue Milchviehanlage auf dem Berg in über einem Kilometer Entfernung zum Ort und alten Stall gebaut wird hat man keine Katzen im Stall. Und wenn man keine 25-köpfige "Schadnagerbekämpfungs-Brigade", wie manche 1930er-Anlagen in Südwest-Brandenburg hat, wird ein kleiner Teil des Mäuse-Fangens durch Füchse übernommen.
Diese gibt es hier massig, sieht man am helligsten Tag über die umliegenden Wiesen laufen. Da es um die Anlage keinen Zaun gibt, im Gegensatz zu 50 cm zusätzlichen Asbest-Platten unterhalb von Zäunen zu DDR-Zeiten, dass der Fuchs sich nicht reingraben kann, hat er hier freien Zugang. Und da es auch kein Kadaverhaus gibt, sondern nur eine Silofolie zum Abdecken macht er regen Gebrauch davon.
So war es auch vor einigen Wochen, als ich mein freies Wochenende hatte: am späten Freitag Abend gab es eine Totgeburt, die vergessen wurde abzudecken. Montag morgens musste ich nicht mehr bei der Tierkörperbeiseitigung anrufen, da die Füchse die Entsorgung schon übernommen hatten.
Genauso lag gestern eine abgedeckte Totgeburt auf dem Platz hinter dem Stall. Und da ich am Wochenende als beim abendlichen Melken die Kühe ins Melkhaus hole, sehe ich, wie gerade ein Fuchs gelaufen kommt. Direkt auf den Misthaufen hinter dem Stall zu, und hat sich dort erst einmal erleichtert.
Als ich in etwa 15 m Entfernung mein Handy rausgeholt habe um das folgende Foto zu machen, hat er sich dann doch etwas gestört gefühlt.

Sonntag, 22. Juni 2014

In Thüringen Teil 1

Diese Woche stand eine Fortbildung auf dem Programm. Eine Exkursion nach Thüringen mit dem AK Automatisches Melken des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH).
Als erstes wurde der Landwirtschaftsbetrieb Böttcher in Langenwetzendorf besichtigt. Dieser Wiedereinrichter-Betrieb bewirtschaftet 180 ha und hat im letzten Jahr einen neuen Stall mit vier AMS von Lely (Astronaut A4) für 250 gebaut.
Der Stall wurde vom Lely-Center als Generalunternehmen gebaut, dabei sind einige interessante Details verwirklicht worden.
Dazu zählt u.a. eine automatische Einstreuanlage für die Hochboxen, Futterbeischiebe-Roboter, integrierte Klauenbäder in den Übergängen im Stall, zwei Selektionsbereichen mit Klauen-/Behandlungsstand, sowie Vorwartehöfe mit automatischen, elektrischen Hubtoren. Besonders diese Hubtore reduzieren den Arbeitsaufwand beim Nachtreiben von Kühen enorm. Sie können per Fernbedienung geöffnet und geschlossen werden bzw. sind an den Roboter gekoppelt, der diese nach den entsprechenden Kühen wieder öffnet. Dadurch wieder die Arbeitszeit beim freien Kuhverkehr deutlich reduziert und dabei keinerlei Nachteile des gelenkten Kuhverkehrs in Kauf nehmen zu müssen.
Der Stall mit mittigem Futtertisch ist in 4 identische Gruppen unterteilt, diesem umfassen jeweils 57 Liegeboxen, sowie 4 Liegeboxen im Vorwartehof und 3 in der Selektion. Strohbereiche sind nicht vorhanden, die Trockensteher, Transit und Abkalbegruppen sind im alten Stall untergebracht.
Die Hessen waren begeistert von dem absolut gut geplanten Stall und den Details. Dazu kamen für westdeutsche Verhältnisse günstige Stallplatzkosten bei maximaler Ausstattung. Die regionale Betriebsdichte mit vielen Wiedereinrichtern und Agrargenossenschaften, dazu noch ordentlich Biogas und Holländer sorgte für bekannt wuchernde Pachtpreise ähnlich wie im Westen.

Samstag, 21. Juni 2014

Feuerwehr Kronenburg

Gestern Abend stand die Gemeinschaftsübung mit der Feuerwehr Kronenburg auf dem Ausbildungsplan. Da Kronenburg zur Gemeinde Dahlem (Kreis Euskirchen) in NRW gehört, finden faktisch keine gemeinsamen Übungen statt und gemeinsame Einsätze beschränken sich auf das Gebiet um die Landesgrenze.
Das Thema der Übung war die Besichtigung der örtlichen Gegebenheiten in Kronenburg. Kronenburg hat etwas weniger Einwohner als Hallschlag (450) und wird durch die B421 in zwei Teile geteilt, dass an der Kyll im Tal gelegene Kronenburgerhütte und das auf dem Berg 60 m höher gelegen alte Kronenburg um die Burgruine.
Diese spätmittelalterliche Vorburg mit extrem dichter Bebauung und nur mit Pkw befahrbar stellt einen der Einsatzbesonderheiten da, dazu kommt der 30 ha große Kyll-Stausee (Kronenburger See) mit weitläufigen Freizeitanlagen und eine große Ferienhaussiedlung. Um den Ort erstrecken sich weite Wälder, die im Gegensatz zu Brandenburg nicht wirklich waldbrandgefährdet sind. Zudem besteht die Zuständigkeit für die B421 (auf den 5 km gab es in den letzten 50 Jahren nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 25 Verkehrstote) und 12 km Richtungsfahrbahn der B51/E29 (Schnellstraße zwischen A60 Prüm und A1 Blankenheim).
Entsprechend fällt die Ausstattung der Feuerwehr aus: 2 Fahrzeuge und 3 Gerätehäuser. Das Hauptgerätehaus im Tal ist das eigentliche Gerätehaus mit einem TLF 16/25 mit technischer Hilfe-Ausrüstung sowie ein als MZF bezeichnetes Side-by-Side-ATV (Polaris Ranger 800). Mit diesem Fahrzeug kann sowohl die Burg befahren werden, als auch der Uferbereich des Sees und der Wald. Das zweite Gerätehaus befindet sich am See und dient als Stützpunkt für die Ölsperren, das Rettungsboot und das Eisrettungsboot. Das dritte Gerätehaus befindet sich innerhalb der Burganlage und ist eine Garage für den vom Quad gezogenen TS-Anhänger mit Tragenhalterung für Verletztentransport, da auch der Rettungsdienst nicht in die Burg fahren kann.
Nach dem theoretischen Teil der Übung wurden die einzelnen Objekte abgefahren.
Besonders das Quad war interessant. Nach der Mitfahrt durchs Ort das Fazit: stark motorisiert, extrem wendig und spurtstark. Ob es aber wirklich die Wand hochfahren kann wurde nicht getestet.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Grillen

Da heute in Rheinland-Pfalz Feiertag ist, gab es gestern Abend das Betriebs-Grillfest.
Neben den Mitarbeiter und ihren Familien waren auch die (ehemaligen) Aushilfsmelker dabei, also ordentlich viele Leute.
Bis letzten Sommer wurde dreimal täglich gemolken. Das erste und zweite Melken morgens und mittags von den Melkern und das dritte abends von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Aushilfsmelker. Von diesen melkt heute noch Dreier-Team als Wochenend-Vertretung für die Melker, die frei haben.
Und natürlich wurde auf dem Rasen zwischen Stall und Melkhaus gegrillt, mit Blick auf die Kühe.
Wie lange es noch ging kann ich nicht sagen, da alle Mitarbeiter vor Mitternacht heimwärts sind, da es für diese ja um 5 Uhr heute morgen wieder im Stall weiter ging.

Sonntag, 15. Juni 2014

Hitze und Gewitter

Das letzte Wochenende, Pfingsten, war auch hier in der Vulkaneifel recht warm. Wenn auch mit maximal 27 °C um einiges kühler als in den meisten anderen Regionen Deutschlands.
Am Montagabend kam es aber dann zu einem starken Gewitter, dass nördlicher als heftiges Unwetter das halbe Ruhrgebiet verwüstete.
Hatten wir morgens mit ersten Anzeichen von Hitzestress zu tun, die Futteraufnahme ging zurück und die Außenfuttertische wurden kaum noch genutzt ging es abends zum Ende des Melkens richtig rund.
Aus Westen, von Belgien her, zog eine richtig schwarze Wolkenfront auf, wie man sie selten sieht, und es wurde so dunkel, dass kurz vor 20 Uhr die automatische Lichtsteuerung im Stall die Lampen einschaltete. Dazu gab es einen auffrischenden Wind.
Kurz bevor es losging wurden noch schnelle die Kühe in den Stall geholt, die Tore geschlossen und das Futter von den Außenfuttertischen in den Stall geschoben. Folgend gab es dann einen heftigen Wolkenbruch. Durch das Trapezblech-Dach des Stalles kommt es dabei zu einer extremen Lärmentwicklung durch den Regen, der aufs Dach prasselt.

Samstag, 7. Juni 2014

Planwagen

Traditionell findet die Hallschlager Kirmes über das verlängerte Wochenende von Christi-Himmelfahrt statt, ist also nicht Datumsgebunden und damit diese Jahr recht spät.
Faktischer Haupttag ist der Donnerstag mit dem Vatertagstreffen. Da scheinbar in Hallschlag in der Gegend als einziges was los ist gibt es fast schon einen Ansturm aus den angrenzenden nördliche Orten in Nordrhein-Westfalen (Kreis Euskirchen).
Diese komme standesgemäß mit einem älteren Traktor mit angehängtem Planwagen.
Bei manchen reicht es nicht für einen Planwagen sondern nur für einen alten Ladewagen mit einer Plane drüber, siehe Bild.

Freitag, 23. Mai 2014

Just in time

Gestern gab es eine tote Kuh. Diese musste dann von der Tierkörperbeseitigung abgeholt werden.
Im Gegensatz zu Brandenburg, wo man bei der Firma Secanim eine eigene Telefonnummer hat, und ein immer freundliches, automatisches Dialogsystem fragt wie viele tote Kühe denn geholt werden sollen ist es in Rheinland-Pfalz eine meist schlecht gelaunte Person am Telefon die auch zusätzlich die Ohrmarken und Geburtsdaten abfragt. Dafür ist der Zweckverband in Rivenich deutlich schneller. Während bei Secanim es meist zwei Tage dauert, und bei der 700er-Jungrinderanlage schon einmal vorkam, dass es ein Rückruf gab, welcher Standort das wäre, weil man hier so selten was holt, ist hier das Auto schon nach wenigen Stunden da. Die Daten werden direkt über Funk übertragen.
Aber gestern ging es wirklich schnell, kaum hatte ich in Rivenich angerufen, dann den Rinderpass aus dem Ordner geholt und die Kuh als Abgang ins Herdenmanagement-Programm eingegeben, kam schon der Lkw, genau um den Pass dem Fahrer zu geben. Zeit zwischen Anruf und Abholung gerade mal 11 min. Schneller gehts nicht.

Montag, 19. Mai 2014

1. Schnitt

Nun ist auch hier in der Vulkaneifel der 1. Schnitt im Silo.
Übers Wochenende gab es ja fast hochsommerliche Temperaturen knapp über 20 °C und nun seit Mittwoch kein Regen mehr. Also ideales Wetter.
Entsprechend dem Frühjahr und der kleinen Regenzeit nach Ostern war ordentlich Gras vorhanden, sodass von 150 ha das Silo genau voll wurde.
Nach kleineren technischen Zwischenfällen war es dann heute morgen so weit, dass die Häcksel-Kolonne nach 44 h (mit einer 4 h-Nachtpause) abziehen konnte. Für die Verhältnisse der Eifel ein richtiger Silo-Marathon.
Auf dem Bild der Walzschlepper (NewHolland T7070AC mit Reck-Siloverteiler) gestern Abend, wo etwa 100 ha im Silo waren.

Samstag, 17. Mai 2014

Milchauto

Man merkt deutlich den Unterschied zwischen Brandenburg und Rheinland-Pfalz bzw. zwischen 1.630 und 410 Kühen: Es gibt deutlich weniger zu berichten.
Diese Woche stand die Überprüfung der Spülung des Milchtanks an. Da die Milch hier aber zweitägig nachts zwischen 2 und 3 Uhr abgeholt wird und damit zu "normalen" Zeiten immer Milch im Tank ist, gab es eine Sonderabholung.
Und so sieht man nach 6 Wochen auch endlich mal das Milchauto. Der größte Unterschied: in Rheinland-Pfalz werden keine Sattelzüge gefahren, da man damit nicht überall hinkäme.
Bei der Beschriftung der eigenen Lkws (die direkt von MUH-Arla in Pronsfeld betrieben werden) deutet nur noch das "Pronsfeld" über der Frontscheibe darauf hin, dass es mal eine eigenständige MUH gab.
Zudem hat man nicht so lange Zeit mit dem Fahrer zu erzählen, weil die Milchmenge gerade mal für einen halben Zug reicht.

Mittwoch, 30. April 2014

Kuh-Crash

Nach langer Zeit gibt es endlich mal eine Meldung vom neuen Kuhblog.
Am letzten Freitag war ich beim abendlichen Melken Treiber. Als letzte Gruppe werden die frisch abgekalbten Kühe gemolken. Diese hatte ich gerade weggebracht, als ich den Treibegang zum Stall langging. Von diesen Kühe hatte die Nr. 201 sich unter der Absperr-Kette durchgemogelt und kam von hinten. Nach einem kurzen Stoß merkte ich dann die Nachteile des Rautenboden an den Knien und Ellenbogen, nicht nur in Hinsicht des Kuhkomforts, sonder auch des Arbeitsschutzes ist der Boden nicht ideal.
Als das Knie gestern immer noch schmerzte führte kein Weg am Arzt vorbei. Der schickte mich gleich weiter nach Prüm ins Krankenhaus.
Nach längerer Warterei und Röntgen war klar, dass es zum Glück nur ein komplizierter Bluterguss unter der Kniescheibe ist. Ich konnte ich der Assistenzärztin aus Mazedonien klar machen, dass ich ja arbeiten könnte, weil ich als Agraringenieur die entsprechenden Arbeiten dann delegiere.

Samstag, 5. April 2014

Hier ist der neue Kuh-Blog

Ab heute startet der neue Kuh-Blog!
Der Kuh-Blog ist umgezogen, von der Elster in die Vulkaneifel.
In der nächsten Zeit gibt's die ersten Neuigkeiten aus dem MUH-Land.

Freitag, 21. März 2014

Der neue Kuh-Blog

Beim Kuh-Blog wird alles neu.
Mehr dazu in 14 Tagen.

Außenmelker

Wenn man schon mit dem Kuhflüsterer im Stall ist, kann man sich ja auch den dazugehörigen Betrieb anschauen.
Das war gestern die Milchviehanlage der AG Sonnenwalde in Zeckerin. Dabei handelt es sich um eine 460er-Anlage ohne Jungvieh, dafür aber mit der Endmast der eigenen Holsteinbullen.
Vor der Wende hatte der Betrieb am Standort zwei Ställe für je 1.500 Mutterschafe. Diese werden nach mehreren Umbauten nun als Ställe für die Altmelker, Trockensteher, Frischlaktierer und die Bullen genutzt. 2011 wurde die Anlage um ein Melkhaus mit 40er-Außenmelker und ein 6-reihigen 160er-Stall erweitert.
Mal wieder interessant ein Außenmelker bei der Arbeit zu sehen. Ein Melker melkt 130 Kühe die Stunde. Man sieht schon die Nachteile und ist froh, dass man ein Innenmelker hat. Aber auch DeLaval baut manche krummen Sachen am Karussell, wo man nur den Kopf schütteln kann, da ist man nicht alleine.



Kuhflüsterer

Gestern ging es zur Fortbildung nach Sonnenwalde.
Die RBB hatte zu einem Seminar "Stressarmer Umgang mit Kühen" eingeladen.
Nach drei Stunden Theorie über stressarmes Verhalten im Stall und "Zusammenarbeit" mit Kühen gab es einige neue Ansätze zu hören. Alles irgendwie bekannt und logisch, aber für die meisten im Alltag nicht präsent.
Am besten war hier noch die Aussage "mit den Kühen brauch man nicht zu reden, denen ist das scheißegal ob der schwätzt oder nicht".
Nach dem Mittagessen ging es auf die nahgelegene Milchviehanlage und dort zeigte der Kuhflüsterer seine Methoden, war sehr interessant. Erstaunlich wie er die Kühe rumtreiben konnte ohne die Hände aus den Jackentaschen nehmen zu müssen.
Nicht unbedingt in der direkten Form für den Alltag geeignet, aber für manche Teilnehmer war es eine völlig neue Sicht, dass man nicht alles mögliche als "Treibewerkzeug" braucht.

Samstag, 1. März 2014

4 kg-Kalb

Der Kuhblog hat Zuwachs bekommen: Johannes, geboren am 17.02.2014 um 09:18, 4.070 g und 55 cm.
Alle sind wohlauf und Johannes hat auch schon seine erste Schwarzbunte:

Sonntag, 2. Februar 2014

Es gibt doch noch Winter

Dazu gibt es ein Bild von "West-Sibirien", Brandenburg im Winter. Natürlich standesgemäß mit einer verschneiten Allee:

Mittwoch, 15. Januar 2014

Waldbrandübung

Das man hier in Brandenburg ist merkt man nicht nur am Kieferwald und den Feuerwachtürmen, sondern auch, dass es im Januar bei 2 °C Waldbrandübungen gibt.
Am Sonntag gabe es mit dem LF 16/12 eine Übung auf dem "Langen Berg", dem bewaldeten Hügel am Stadtrand von Schlieben. Bei der Übung wurde dann ganz schnell deutlich, dass man mit zwei Verteilern keine zwei Monitore aufbauen kann und auch 1.600 l Wasser ganz schnell leer sind.
Auf dem Foto ist das LF beim Wassernachfüllen am Brunnen vor dem Feuerwehrgerätehaus zu sehen.

Samstag, 4. Januar 2014

2014


Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern des Kuhblogs noch ein gesundes neues Jahr!